Nati-Captain Granit Xhaka - «Höre ich auf mit Fussball, dann wird Social Media geschlossen»
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Nati-Captain Granit Xhaka«Höre ich auf mit Fussball, dann wird Social Media geschlossen»

Hass und Hetze – Granit Xhaka muss auf seinen Social-Media-Kanälen viel aushalten. Im Nati-Trainingslager spricht der Captain darüber, wie er damit umgeht.

von
Tobias Wedermann
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Der Nati-Captain Granit Xhaka wird in den sozialen Medien immer wieder heftig angefeindet, bedroht und beleidigt.

Der Nati-Captain Granit Xhaka wird in den sozialen Medien immer wieder heftig angefeindet, bedroht und beleidigt.

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«Leider gehört das im Jahr 2021 mittlerweile dazu. Ich hoffe aber, dass da irgendwann mal etwas geändert wird, damit das aufhört», so Xhaka.

«Leider gehört das im Jahr 2021 mittlerweile dazu. Ich hoffe aber, dass da irgendwann mal etwas geändert wird, damit das aufhört», so Xhaka.

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Zu 50 Prozent sei er überzeugt: «Höre ich auf mit Fussball, dann wird Social Media geschlossen.»

Zu 50 Prozent sei er überzeugt: «Höre ich auf mit Fussball, dann wird Social Media geschlossen.»

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Darum gehts

  • Granit Xhaka spricht im Nati-Trainingslager über den Hass, den er auf Social Media abbekommt.

  • Man müsse mental sehr stark sein, damit man dies aushalten kann.

  • Er ist sich zudem ziemlich sicher, dass er seine Kanäle nach dem Karriereende abstellen wird.

Morddrohungen, Rassismus, purer Hass – kaum ein Nati-Spieler wird in den sozialen Medien derart angefeindet wie Captain Granit Xhaka. Etwa nachdem er im Dezember 2020 eine Rote Karte sah, als er einen Burnley-Spieler am Hals gepackt und Arsenal anschliessend das Spiel verloren hatte. Eine Untersuchung der britischen Firma Signify berechnete anschliessend, dass Xhaka alleine im Dezember 1274 beleidigende Nachrichten in den sozialen Medien erhalten hat. Bereits im Januar reagierte Xhaka mit einem grossen Interview im «Guardian». Der Arsenal-Star sagte: «Es muss ganz klare Grenzen geben für Kritik. Wenn meine Tochter oder meine Frau angefeindet werden, dann geht das zu weit. Kritisiert den Spieler, aber lasst seine Familie aus dem Spiel.»

Auch im Nati-Trainingslager vor der Europameisterschaft ist Xhakas Social-Media-Auftritt Thema im Gespräch mit Journalisten. «Es gibt immer noch Fans oder Leute, die viel Negatives schreiben, aber ich versuche so wenig wie möglich zu lesen. Es interessiert mich mittlerweile auch nicht mehr, was die Leute über mich denken», so der 28-Jährige. Die Leute, die ihn kennen würden, wissen, dass er immer alles gebe für seinen Club. «Das habe ich bei Arsenal immer gemacht, bei Gladbach, bei Basel und in der Nati.» Es sei halt einfach und bequem, auf Social Media andere Leute zu beleidigen, statt es einem ins Gesicht zu sagen. «Leider gehört das im Jahr 2021 mittlerweile dazu. Ich hoffe aber, dass da irgendwann mal etwas geändert wird, damit das aufhört», so der Nati-Captain.

Auf die Frage, wieso er die Kanäle immer noch hat, sagt Xhaka: «Es ist heutzutage halt auch ein Marketinginstrument im Sport.» Er sei aber über 50 Prozent überzeugt, dass er die Kanäle nicht ewig online haben wird. «Höre ich auf mit Fussball, dann wird Social Media geschlossen.» Man müsse in den sozialen Medien besonders mental sehr stark sein. «Wenn man das nicht ist, kann man auch vieles verlieren – darum habe ich auch keinen Bock mehr darauf.»

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Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Hilfe bei Mobbing, Fachstelle für Schulen und Eltern (kostenpflichtig)

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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