Aktualisiert 20.09.2019 11:45

Ärger an der Kasse

«Hört auf, dauernd eure Finger abzuschlecken»

Um besser nach Plastiksäcklein greifen zu können, befeuchten Mitarbeiter an Kassen oft ihre Finger mit Spucke. Ein Leser-Reporter findet das «einfach nur grusig».

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jab/gwa/mme
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«Immer wieder ärgere ich mich an Kassen bei Grossverteilern oder auch in Bäckereien darüber, dass das Verkaufspersonal sich die Finger abschleckt, um besser nach Plastiksäcklein oder Papiertüten greifen zu können», sagt sich ein Leser-Reporter. (Symbolbild)

«Immer wieder ärgere ich mich an Kassen bei Grossverteilern oder auch in Bäckereien darüber, dass das Verkaufspersonal sich die Finger abschleckt, um besser nach Plastiksäcklein oder Papiertüten greifen zu können», sagt sich ein Leser-Reporter. (Symbolbild)

20 Minuten
Er verstehe zwar, dass es mit sehr trockenen Fingern schwierig ist, Gegenstände wie zum Beispiel eben Plastiksäckli voneinander zu trennen. Trotzdem ekelt sich der Leser-Reporter sehr davor.

Er verstehe zwar, dass es mit sehr trockenen Fingern schwierig ist, Gegenstände wie zum Beispiel eben Plastiksäckli voneinander zu trennen. Trotzdem ekelt sich der Leser-Reporter sehr davor.

Keystone/Gaetan Bally
«Wirklich gefährlich ist das nicht», sagt Reto Nüesch, Chefarzt Innere Medizin beim Spital Schwyz. Zwar könnten so durchaus Bakterien oder Viren übertragen werden. Sofort krank werde man deswegen aber nicht, schliesslich gebe es auch noch das Immunsystem, so der Arzt.

«Wirklich gefährlich ist das nicht», sagt Reto Nüesch, Chefarzt Innere Medizin beim Spital Schwyz. Zwar könnten so durchaus Bakterien oder Viren übertragen werden. Sofort krank werde man deswegen aber nicht, schliesslich gebe es auch noch das Immunsystem, so der Arzt.

Keystone/Gaetan Bally

«Immer wieder ärgere ich mich an Kassen bei Grossverteilern oder auch in Bäckereien darüber, dass das Verkaufspersonal sich die Finger abschleckt, um besser nach Plastiksäcklein oder Papiertüten greifen zu können», ärgert sich ein Leser-Reporter. «Und mit ihren Spucke-Fingern fassen sie danach auch Esswaren oder Geldscheine an, die ich dann so nach Hause tragen darf. Das ist einfach sehr unappettitlich. Bitte hört auf, dauernd eure Finger abzuschlecken», sagt der 43-Jährige weiter.

Er verstehe zwar, dass es mit sehr trockenen Fingern schwierig ist, Gegenstände wie zum Beispiel eben Plastiksäckli voneinander zu trennen. Aber zum Beispiel an gewissen Coop-Tankstellen habe er gesehen, dass es auch anders geht. «Dort stehen dem Verkaufspersonal extra wegen dieses Problems kleine, feuchte Schwämmchen zur Verfügung, wo sie ihre Finger netzen können. Das finde ich vorbildlich.»

Krankheitsübertragungen sind selten

«Wirklich gefährlich ist das nicht», sagt Reto Nüesch, Chefarzt Innere Medizin beim Spital Schwyz. Gewisse Bakterien wie Staphylokokken oder Grippe- und Erkältungsviren könnten zwar durchaus auf diese Weise übertragen werden, wie das etwa beim Händeschütteln auch der Fall sein könne.

Sofort krank werde man deswegen aber nicht, schliesslich gebe es auch noch das Immunsystem, das den Körper vor Erregern schützt. Wer in solchen Situationen eine Ansteckung befürchte, dem rät Nüesch: «Durch Händewaschen und Desinfektion kann man das Risiko einer Ansteckung minimieren.»

Der Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Mario Beck, sagt zur Gefahr einer Übertragung: «Dafür müssen viele Faktoren zusammenkommen.» Er nennt als Faktoren die Speichelmenge, Umweltbedingungen wie Luft, Temperatur und weiteres. Ausserdem spiele es eine Rolle ob der fremde Speichel in Kontakt mit den eigenen Schleimhäuten komme. Im Normalfall jedoch funktioniere das Immunsystem. Dieses «wehrt täglich hunderte von Eindringlingen ab, ohne dass wir krank werden», sagt Beck.

«Genaue Regeln zur korrekten Handhygiene»

Wie gehen Grossverteiler mit dem Thema um? «Dies ist bei uns nicht gestattet», sagt Coop-Mediensprecherin Andrea Bergmann auf Anfrage dazu. «Wir haben genaue Regeln zur korrekten Handhygiene und schulen unsere Mitarbeitenden im Verkauf und an den Kassen regelmässig», sagt sie weiter.

Bei Migros klingt es ähnlich: «Für unsere Mitarbeitenden gelten klare Vorschriften betreffend Händehygiene. Dazu gehört, dass die Hände sowohl vor Arbeitsbeginn als auch während der Arbeitszeit regelmässig gereinigt werden», sagt Lisa Savenberg von der Genossenschaft Migros Luzern. Und weiter: «Speziell für die Abgabe von Plastiksäckli an der Kasse bestehen keine zusätzlichen Vorgaben. Die Säckli sind jedoch so befestigt, dass die Mitarbeitenden sie ohne Umstände von einer Rolle abreissen können.»

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