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150 Tiere ausgesetzt«Hoffe, die Hühner haben das Haus nicht verdreckt»

Der 23-Jährige, der 150 Hühner im Wald ausgesetzt hat, lebt in einem schicken Einfamilienhaus mitten in Weinfelden. Anwohner und Vermieter können sich seine Tat nicht erklären.

von
rar

«Als es die letzten Wochen in der Nachbarschaft vermehrt gestunken hatte, taten wir uns zusammen, um die Ursache für den fiesen Geruch zu finden», erzählt eine Nachbarin des 23-Jährigen, der in seinem Keller 150 Hühner hielt. «Wir dachten erst an einen Schweinestall, der in der Nähe ist, doch kam der Geruch klar aus dem Haus», so die Anwohnerin weiter. Ihr Mann habe ihr gesagt, dass er Hühnermist rieche, was aber niemand für wahrscheinlich hielt. Erst als letzten Mittwoch die Kantonspolizei Thurgau mit Kastenwagen vorgefahren sei, habe es den Nachbarn gedämmert, dass zwischen den ausgesetzten 150 Hühnern und dem Gestank beim Nachbarshaus ein Zusammenhang bestehen könnte.

Der junge Mann hatte die 150 Hühner in der Nacht auf den 12. Oktober aus noch unbekannten Gründen in einem Waldstück bei Happerswil im Kanton Thurgau ausgesetzt, worauf sie von einem pensionierten Landwirt entdeckt wurden. Der Bauer alarmierte die Polizei und das Veterinäramt.

Nachbarn wunderten sich über das Geld

Die Polizei ermittelte schliesslich den Besitzer der Tiere. Er war mit seiner schwangeren Freundin in ein neu gebautes Doppeleinfamilienhaus in Weinfelden eingezogen. Letzten Mittwoch wurde er festgenommen und sein Haus durchsucht. Neben leeren Futtergefässen, Hühnermist sowie anderen Gegenständen wurden zwölf Hanfpflanzen sichergestellt. Mittlerweile ist der Mann wieder auf freiem Fuss und zu Hause. Was er mit den Hühnern vorhatte, ist unklar. Auch seinen Nachbarn verriet er nichts. Er sei stets als freundlicher, aufgestellter, tüchtiger Kerl aufgefallen, so eine Anwohnerin des Quartiers.

Nachbarn wunderten sich einzig über das schicke schwarze BMW-Cabriolet und mehrere Motorräder, die vor seinem Haus standen. «Er ist bestimmt Sohn von Beruf oder hat reiche Eltern – man sah ihn ja nie wirklich arbeiten», so eine Nachbarin. Dass er ein Tierquäler ist, glaubt von den Nachbarn niemand so recht: «Der ist sehr tierlieb und hat einen Hund, er hat sich bestimmt überschätzt mit den Hühnern», glaubt ein Nachbar.

Vermieter in Sorge

Der Vermieter ist indes in Sorge: «Das Haus ist ganz neu und es wäre ja schlimm, wenn jetzt alles von Hühnern vollgeschissen wäre.» Er hält aber fest, dass sein Mieter ihm gegenüber immer sehr korrekt gewesen sei. «Er hat alles immer pünktlich bezahlt und kann auch weiterhin im Haus wohnen, solange er die Hygiene seiner Tiere im Griff hat.»

Der Mann wohnt erst seit drei Monaten in Weinfelden. Auch an seinem vorherigen Wohnort in Amriswil fiel er auf. «Manche hatten es gut mit ihm und mit anderen hatte er öfter gehörige Lämpen», sagt eine ehemalige Nachbarin.

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