Aktualisiert 26.06.2017 17:19

Uni Basel muss sparen

«Hoffe nicht, dass wir an Qualität verlieren werden»

Der Uni Basel fehlt in den Jahren 2020 und 2021 gesamt 74 Millionen Franken. Wie soll dieses Loch gestopft werden? Rektorin Andrea Schenker-Wicki gibt Antwort.

von
rob

Das sagt die Basler Uni-Rektorin Prof. Dr. Andrea Schenker-Wick zum Millionen-Loch in der Uni-Kasse. (Video: stv/rob)

Frau Schenker-Wicki, die Uni Basel muss in den Jahren 2020 und 2021 jeweils 37 Mio. Fr. einsparen. Werden jetzt erneut die Studiengebühren erhöht?

Das steht nicht an vorderster Front. Die Studiengebühren in Basel sind bereits die höchsten in der Schweiz. Natürlich prüfen wir sie in Anbetracht der Sparmassnahmen. Doch da muss man sehr sorgfältig vorgehen. Schliesslich wollen wir nicht, dass die Studierenden nicht mehr an die Universität Basel kommen.

Sie können also nicht definitiv ausschliessen, dass die Gebühren erhöht werden?

Ich schliesse gar nichts aus.

Welche Sparmassnahmen werden denn konkret getroffen?

Wir prüfen ganz verschiedene Aspekte. Einerseits natürlich den Einsatz von Uni-Reserven und andererseits den Einsatz der sogenannten Overhead-Beiträge des Schweizerischen Nationalfonds. Wir prüfen ebenfalls die Kürzung zentraler Kredite und auch die Verlagerung der Sparmassnahmen auf die verschiedenen Fakultäten.

Es ist also noch nichts in Stein gemeisselt?

Nein, gar nicht. Diese Informationen wurden uns heute mitgeteilt, wir müssen nun sehr vorsichtig vorgehen. Wir lassen uns jetzt ein halbes Jahr Zeit. Danach will ich wirklich wissen, was die Sparmassnahmen für Auswirkungen auf die Uni haben.

Wo hat denn die Uni Basel in der Folge mit Qualitätseinbussen zu rechnen?

Ich hoffe nicht, dass wir an Qualität verlieren werden. Ich sehe die neusten Beschlüsse als Übergangsphase an. Wir werden unsere Reserven einsetzen und den Betrag so abfedern.

Laut Finanzdirektorin Eva Herzog wird ein Uni-Standort im Baselland weiterhin intensiv geprüft. Zusätzlich sollen die Institute Chemie und Physik infrastrukturell aufgebessert werden. Kann sich die Uni dies jetzt noch leisten?

Ja, falls man in Baselland einen Standort findet. Aber ich kann es nicht zahlen. Das muss jemand anderes finanzieren.

Und die beiden Institute Chemie und Physik ?

Das sind die zwei ganz grossen Bauten, die in der übernächsten Periode anstehen. Ich hoffe wirklich, dass wir diese finanzieren können, denn sie sind enorm wichtig für die Universität.

Die Uni Basel soll sich laut der Regierung in Zukunft von ihren beiden Trägerkantonen Basel-Stadt und Baselland finanziell unabhängiger machen. Wie will sie dies bewerkstelligen?

Wir sind zu 55 Prozent nicht von den beiden Trägerkantonen finanziert. Hier geht es wohl darum, dass wir noch mehr private Drittmittel einwerben sollen. Wir werden dies selbstverständlich versuchen.

Sind Sie generell zufrieden mit dem neuen Leistungsauftrag und dem Globalbetrag, wie sie vorgestellt wurden?

Zufrieden? Kann man so nennen. Glücklich? Das eher nicht.

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