Aktualisiert 15.02.2006 17:18

Hoffen auf baldige Grippewelle

Die Wintergrippe ist spät dran - eine saisonale Welle lässt weiter auf sich warten. Doch ein gemeinsames Auftreten mit der Vogelgrippe ist brandgefährlich.

Momentan tritt die kommune Grippe in der Schweiz erst sporadisch auf, sagte Thomas Zeltner, Chef des Bundesamts für Gesundheit (BAG) am Mittwoch in Bern. In der vergangenen Woche wurden auf 1000 Arztkonsultationen 6,2 Grippeverdachtsfälle gemeldet, wie der Grippeseite des BAG im Internet zu entnehmen ist. Im Vergleich zur Vorwoche stieg der Wert leicht an. Er liegt aber weiterhin deutlich unter dem nationalen epidemiologischen Schwellenwert von 15 Verdachtsfällen pro 1000 Konsultationen.

Trotzdem ist es zum Aufatmen zu früh: Späte Grippewellen sind nicht selten, die Grippesaison dauert bis Ende März. In den Jahren 2000, 1999 und 1989 brach die saisonale Grippe jeweils erst im März aus.

Zudem vermelden andere europäische Länder starke Ausbreitungen der Grippe. Epidemien gibt es in Grossbritannien, Holland und Norwegen. Auch in mehreren Regionen Frankreichs ist die Grippe sehr aktiv. In Asien meldet Japan eine deutlich zunehmende Grippeaktivität, während die Lage in Hongkong weiterhin ruhig ist.

Laut Zeltner ist das gemeinsame Auftreten von Vogelgrippe und normaler Grippe brandgefährlich: Die räumliche Nähe erhöht die Gefahr, dass das Vogelgrippevirus mutiert und von Mensch zu Mensch übertragbar wird. Wie stark dieses Risiko steigt, ist aber nicht klar. (sda)

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