10.01.2020 16:44

Brand in Herzogenbuchsee BE«Hoffen auf Weihnachten 2020 in der Kirche»

Nach dem Kirchenbrand in Herzogenbuchsee erlebt die Gemeinde eine Solidaritätswelle. Bereits wurden 22'000 Franken gespendet – obschon der Schaden durch die Versicherung gedeckt ist.

von
sul
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Der Kirchturm-Brand überschattete die Weihnachtstage in Herzogenbuchsee. Die reformierte Kirche brannte am 24. Dezember nicht nur einmal, sondern sogar zweimal.

Der Kirchturm-Brand überschattete die Weihnachtstage in Herzogenbuchsee. Die reformierte Kirche brannte am 24. Dezember nicht nur einmal, sondern sogar zweimal.

Adrian Reusser
Der Sachschaden wird mittlerweile auf drei Millionen Franken beziffert.

Der Sachschaden wird mittlerweile auf drei Millionen Franken beziffert.

zVg
Die Kirche sei aber «gutschweizerisch» versichert, betont Kirchgemeindepräsident Christoph Tanner. Insofern sei der Sachschaden, der durch den Brand entstanden ist, durch die Gebäudeversicherung gedeckt.

Die Kirche sei aber «gutschweizerisch» versichert, betont Kirchgemeindepräsident Christoph Tanner. Insofern sei der Sachschaden, der durch den Brand entstanden ist, durch die Gebäudeversicherung gedeckt.

Ausgerechnet an Heiligabend brannte die reformierte Kirche in Herzogenbuchsee. Die Schäden, die durch den herabstürzenden Turm und das Löschwasser verursacht wurden, sind immens. «Wir gehen inzwischen von drei Millionen Franken aus», sagt Kirchgemeindepräsident Christoph Tanner. Die Kirche sei aber «gutschweizerisch» versichert, betont er. Insofern sei der Sachschaden, der durch den Brand entstanden ist, durch die Gebäudeversicherung gedeckt.

Dennoch hat der Kirchgemeinderat bereits wenige Tage nach der Katastrophe ein Spendenkonto eingerichtet. Dies aufgrund der grossen Anteilnahme und zahlreicher Anfragen, erklärt Tanner: «Die Leute wollten partout etwas spenden.» Bisher seien 22'000 Franken zusammengekommen.

Fliessen Spenden in Kunstprojekt?

Die Zuwendungen kämen aus der ganzen Schweiz. «Darunter sind zum Beispiel Personen, die einst in Herzogenbuchsee lebten oder dort konfirmiert wurden, oder Familien, die die Bilder des Brandes betroffen gemacht haben und die deshalb spontan Geld zusammengelegt haben.» Ein Teil stamme auch aus Gottesdienst-Kollekten der Nachbarsgemeinden.

Doch wofür werden die Spenden eingesetzt? Möglich wäre, dass sie dereinst in die Sanierung der Aussenfassade fliessen, die durch das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen wurde. Hier vergüte die Versicherung nur den Zeitwert und somit seien nicht die gesamten Kosten gedeckt, erklärt Tanner. Denkbar ist auch, dass das Geld in ein künstlerisches Projekt fliesst: «Ein ortsansässiger Künstler wird aus den Überresten der Kirchturmspitze eine Skulptur zur Erinnerung an den Brand anfertigen.»

2900 Orgelpfeifen ausgebaut

Aktuell werde das durch die Löscharbeiten durchnässte Mauerwerk getrocknet. «Wir müssen verhindern, dass sich dort Frost bildet», so Tanner. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Verputz und Mörtel abgesprengt werde. Auch die Kirchenorgel wurde durch das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. «Die über 2900 Holzpfeifen sind bereits ausgebaut worden.» Diese müssten nun liegend gelagert und getrocknet werden. «Laut dem Orgelbauer ist es möglich, die Orgel wieder so instand zu setzen, dass sie wieder wie vorher klingt», sagt er.

Der Kirchgemeindepräsident ist guter Dinge, dass das Gotteshaus Ende Jahr wieder geöffnet werden kann: «Wir hoffen, dass wir Weihnachten 2020 wieder in der Kirche feiern können.»

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