Schwemmholz-Bergung am Bielersee - «Hoffen fest, dass nicht noch neues Material angeschwemmt wird»
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Schwemmholz-Bergung am Bielersee«Hoffen fest, dass nicht noch neues Material angeschwemmt wird»

Zusammen mit den Wassermassen ist auch massenhaft Schwemmholz in die Berner Seen gelangt. Dieses muss möglichst schnell aus dem Wasser gefischt werden.

von
Simon Glauser
Simon Ulrich
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Schwemmholz-Reste befinden sich aktuell noch an den Ufern des Bielersees. 

Schwemmholz-Reste befinden sich aktuell noch an den Ufern des Bielersees.

20min/Simon Glauser
Diese müssen möglichst rasch aus dem Waser gefischt werden. Andernfalls könnten sie bei einer neuerlichen Unwetterlage plötzlich im See umhertreiben. 

Diese müssen möglichst rasch aus dem Waser gefischt werden. Andernfalls könnten sie bei einer neuerlichen Unwetterlage plötzlich im See umhertreiben.

20min/Simon Glauser
Überhaupt sei die Schwemmholz-Bergung eine zeitkritische Arbeit, sagt Melchior Dodel, Fachbereichsleiter Juragewässerkorrektion und Schwemmholz beim AWA: «Solange sich das  Material innerhalb der Schwemmholzsperre befindet, können wir es schnell und kostengünstig entfernen.»

Überhaupt sei die Schwemmholz-Bergung eine zeitkritische Arbeit, sagt Melchior Dodel, Fachbereichsleiter Juragewässerkorrektion und Schwemmholz beim AWA: «Solange sich das Material innerhalb der Schwemmholzsperre befindet, können wir es schnell und kostengünstig entfernen.»

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Nach dem Unwetter von letzter Woche sammelte sich in den Berner Seen massenhaft Schwemmholz.

  • Viel Material konnte bereits geborgen werden, Reste gibt es noch am Bielersee-Ufer.

  • Damit es keine Schäden verursacht, muss das Material rasch aus dem Wasser entfernt werden.

Dank dem trockenen und warmen Wetter hat sich die die Hochwassersituation im Kanton Bern in den letzten Tagen etwas beruhigt. So wurden etwa die Gefahrenstufen der grossen Seen im Oberland sowie der Jurarandseen auf 4 (Bielersee), 2 (Thunersee) oder gar 1 (Brienzersee) gesenkt.

Die Feuerwehren werden indes auch in den nächsten Wochen mit den Folgen des Unwetters beschäftigt sein und Strassen freiräumen und Keller auspumpen müssen. Auch die Seepolizei und das Amt für Wasser und Abfall (AWA) des Kantons Bern hat derzeit alle Hände voll zu tun: wegen des Schwemmholzes, das durch die Zuflüsse in die Seen getragen wird.

Zeitkritische Schwemmholz-Bergung

In den vergangenen vier Wochen habe man rund 2500 Kubikmeter Schwemmholz aus den drei Berner Seen geborgen, erklärt Melchior Dodel, Fachbereichsleiter Juragewässerkorrektion und Schwemmholz beim AWA, am Point de Presse vom Mittwoch, gegenüber 20 Minuten. Viel Material sei bereits beseitigt, Reste gebe es vor allem noch an den Ufern des Bielersees. «Wir arbeiten mit Hochdruck daran, diese Reste zu sichern, damit sie bei einer neuerlichen Unwetterlage nicht plötzlich im See umhertreiben», so Dodel.

Schwemmholz müsse möglichst rasch geborgen werden, betont der Fachmann. Denn: «Solange sich das Material innerhalb der Schwemmholzsperre befindet, können wir es schnell und kostengünstig entfernen. Denn da kommen wir mit grossen Gerätschaften und Schiffen hin. Wird das Schwemmholz durch Wind und Wellen im See verteilt, braucht es extrem viel Handarbeit und alles wird komplizierter.»

Gefahr für Wehranlagen

Schwemmholz in Flüssen und Seen kann Anlagen, Schiffe und Schilfbestände gefährden. Im Oberland, sagt Dodel, bestehe vor allem das Risiko der sogenannten Verklausungen: Agiert die Seepolizei nicht schnell genug, könnten ganze Teppiche in Stauwehre hineingetrieben werden und einen Rückstau verursachen. Das Hochwasser würde dadurch noch verschlimmert.

Einigermassen sauberes Schwemmholz wird nach der Bergung der Verwertung zugeführt, zum Beispiel für die Fernwärme. Ein grosser Teil sei allerdings durch Erd- und Gesteinsmaterial verunreinigt, sagt Dodel: «Dieser wird in der Regel geschreddert und geht im Anschluss in die Kompostieranlage.»

Der Schwemmholz-Spezialist rechnet damit, dass die letzten Reste am Bielersee-Ufer bis Mitte nächste Woche entfernt sein werden. «Zugleich hoffen wir ganz fest, dass durch die angekündigten Gewitter in den nächsten Tagen nicht neues Material angeschwemmt wird.»

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