Bedrohte Art: Hoffnung auf Elternglück mit 101

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Bedrohte ArtHoffnung auf Elternglück mit 101

Sie ist 80, er 100 - und sie müssen schnellstens Eltern werden. Die beiden Jangtse- Riesenweichschildkröten sind die letzte Hoffnung für ihre Art.

Als die Tiere im Frühjahr einander vorgestellt wurden und schnell auch Zärtlichkeiten austauschten, waren die Wissenschaftler euphorisch, die Riesenweichschildkröte vor dem Aussterben bewahren zu können. Der Nachwuchs wurde schon für August erwartet.

Doch der erste Versuch im Zoo von Suzhou westlich von Shanghai blieb erfolglos. Aus den Eiern schlüpften keine kleinen Reptilien, wie in diesen Tagen bekanntgegeben wurde. «Leider wurde keines der Eier erfolgreich ausgebrütet», erklärte die Wildlife Conservation Society in den USA, die das Unternehmen begleitet.

Jetzt setzen die Tierschützer auf das kommende Jahr. Die beiden Schildkröten werden mit viel Kalzium - unter anderem Fisch und Hühnchenfleisch - aufgepäppelt. Dies soll die Schale der Eier bei der nächsten Ablage stärken. Denn für den fehlgeschlagenen ersten Versuch machen die Wissenschaftler unter anderem die mangelnde Ernährung der Tiere und damit die schwache Schale verantwortlich, die den Schildkröten-Babys keinen Schutz bieten konnte.

Jahrelang wusste der Zoo, in dem das Weibchen bis vor einigen Monaten lebte, nicht einmal, welch seltener Gast das Tier war. Die Schildkröte gilt als letztes Weibchen der Art. Männchen sind drei bekannt. Neben dem Freier im Zoo von Sozhou gibt es noch zwei Herren in Vietnam. Die Jangtse-Riesenweichschildkröte gilt als die bedrohteste Schildkrötenart weltweit.

Die Organisation Turtle Survival Alliance mit Sitz in den USA zeigt sich optimistisch, dass die beiden Hoffnungsträger es im nächsten Anlauf schaffen, ihre Art zu retten. Trotz des fortgeschrittenen Alters sollten die beiden im kommenden Jahr «in Topform» sein. (dapd)

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