Simbabwe: Hoffnung auf neue Vermittlungsrunde
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SimbabweHoffnung auf neue Vermittlungsrunde

Nach dem Scheitern der Gespräche für eine Regierung der nationalen Einheit in Simbabwe richten sich die Hoffnungen nun auf eine regionale Vermittlung.

Regierung und Opposition stellten sich darauf ein, am kommenden Montag in Swasiland an einem Treffen der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) teilzunehmen. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai bat die SADC und ebenso die Afrikanische Union (AU), an einer Lösung in dem Konflikt mitzuwirken. Die seit einem Monat andauernde Regierungsbildung war am Freitag wegen Uneinigkeit bei der Aufteilung der Ministerien gescheitert.

Tsvangirai bekräftigte am Samstag vor tausenden Anhängern in Bulawayo, Mugabe wieder an den Verhandlungstisch zurückbringen zu wollen. «Unsere grösste Herausforderung ist das, was in diesem Land noch übrig ist. Gar Nichts. Null», sagte Tsvangirai im Hinblick auf die desolate Wirtschaftslage. Die Krise hat sich während des andauernden politischen Machtkampfs nochmals drastisch zugespitzt. Die Inflation liegt nun bei astronomischen 231 Millionen Prozent und die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bis Anfang 2009 mit 5,1 Millionen Menschen knapp die Hälfte aller Simbabwer auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein werden.

Die bisherigen Gespräche unter der Vermittlung des früheren südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki wurden am Freitagabend von der Opposition für gescheitert erklärt. Gleichwohl betonte Mbeki, dass eine Einigung weiterhin möglich sei. Probleme gab es nach Angaben beider Seiten um die Verteilung der Ministerien - insbesondere des Innenministeriums, das für die Kontrolle der Polizei zuständig ist. Sowohl die Regierung als auch die Opposition beanspruchten das Ressort für sich, ein Vorschlag zur gemeinsamen Verwaltung wurde zurückgewiesen.

Gerungen wurde um die Verteilung von insgesamt zehn Schlüsselressorts, wie Oppositionssprecher Nelson Chamisa erläuterte. Demnach wollte die ZANU-PF-Partei von Präsident Robert Mugabe der Opposition lediglich das Finanzministerium überlassen, aber Äusseres und Verteidigung sowie andere wichtige Ministerien für sich behalten. Die Opposition gewann die Parlamentswahl im März. Mugabe konnte die Präsidentenwahl jedoch für sich entscheiden, weil die Opposition die Stichwahl aus Sorge um die Sicherheit ihrer Mitglieder boykottierte. (dapd)

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