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Zürich-WollishofenHoffnung für Rote Fabrik im Streit um Gartenbeiz

Weil es den Nachbarn zu laut war, musste die Gartenbeiz der Roten Fabrik die Platzzahl reduzieren. Die Stadt Zürich prüft nun die nächsten Schritte in dem Fall.

von
ced
Das Ziegel oh Lac zieht vor allem im Sommer viele Besucher an.

Das Ziegel oh Lac zieht vor allem im Sommer viele Besucher an.

Keystone/Christian Beutler

Konzerte, Partys, Barbetrieb – vier Anwohnerparteien, die Villen in der Nachbarschaft bewohnen, fühlen sich vom Lärm der Roten Fabrik gestört. Seit Jahren herrscht ein erbitterter Rechtsstreit mit der Stadt Zürich, der Inhaberin des Kulturlokals. Jüngst konnten die Anwohner einen Erfolg verzeichnen: Sie erwirkten, dass das Fabrik-Restaurant Ziegel oh Lac seine Gartenbeiz um fast die Hälfte auf 96 Plätze verkleinern musste.

Doch bald könnte sich der Spiess wieder umdrehen: Laut der «Limmattaler Zeitung» wollten die Betreiber schon lange mit einer offiziellen Baueingabe erreichen, dass die Sitzzahlbeschränkung aus den 80er-Jahren aufgehoben wird. Die Stadt Zürich teilt nun mit, dass sie den Antrag aufgenommen habe und prüfe, «welche nächsten Schritte sinnvoll und möglich seien».

Wirt ist zuversichtlich

Dass sich die Stadt der Sache annimmt, stimmt Ziegel-Wirt Erich Federli optimistisch. «Die Stadt wollte von uns wissen, wie viele Gartensitzplätze wir gern hätten. Wir sagten klar, dass wir gern die rund 160 Plätze legalisieren würden, die uns bis letzten Herbst zur Verfügung standen», sagt Federli zur «Limmattaler Zeitung».

Damals hatten die Anwohner gegen die Baubewilligung von zwei grossen, gelben Sonnenschirmen vor dem Restaurant rekurriert. Das Verwaltungsgericht wies zwar fast alle Punkte des Rekurses ab, ermahnte jedoch die Rote Fabrik zur Einhaltung der vorgeschriebenen Platzzahl – was sie nicht tat. Die Stadtpolizei, die von den Nachbarn gerufen worden war, büsste den Wirt wegen «Überwirtung» mit rund 500 Franken.

Nachbarn wollen keine Aussprache

Nun liege der Ball beim Baurekursgericht, teilt die Präsidialabteilung der Stadt Zürich mit. Sprecher Nat Bächtold sagt: «Wann ein Entscheid fallen wird, weiss die Stadt nicht. Wir rechnen mit Herbst 2016.»

Egal, wie der Fall ausgehen wird: Der Streit zwischen der Roten Fabrik und den Nachbarn dürfte damit nicht beigelegt sein. Laut Ziegel-Wirt Federli hätten die Anwohner auf mehrere Einladungen zu einer Aussprache nicht reagiert.

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