Aktualisiert 23.11.2010 16:45

SteinigungHoffnung für Sakineh Ashtiani

Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter hat erstmals angedeutet, dass das Leben der zum Tod verurteilten Iranerin verschont werden könnte.

von
kri
Der Chef des iranischen Menschenrechtsrats, Mohammed Dschavad Laridschani, hat angedeutet, dass Ashtianis nicht hingerichtet werden konnte.

Der Chef des iranischen Menschenrechtsrats, Mohammed Dschavad Laridschani, hat angedeutet, dass Ashtianis nicht hingerichtet werden konnte.

«Der iranische Menschenrechtsrat hat viel getan, um das Strafmass zu senken und wir glauben, es gibt eine gute Chance, dass ihr Leben gerettet werden könnte», sagte Mohammad Dschavad Laridschani gemäss dem staatlichen iranischen Fernsehsender «presstv».

Laridschani ist Chef des iranischen Menschenrechtsrats und entstammt einer einflussreichen Familie. Sein Bruder Ali ist Parlamentspräsident, sein anderer Bruder Sadegh Chef der Justiz. Sakineh Ashtiani war wegen Ehebruch und Mitwirkung am der Ermordung ihres Ehemanns zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Die Strafe wurde vermutlich aufgrund der heftigen internationalen Proteste bisher nicht vollstreckt.

«Medien-Hype gegen Iran»

Gemäss «presstv» verwies Laridschani erneut auf den Fall der Amerikanerin Teresa Lewis, die in den USA zum Tod verurteilt und im September hingerichtet worden war. Ihr Fall hatte Aufmerksamkeit erregt, da sie den Mord angestiftet, aber nicht selbst ausgeführt hatte. Ausserdem bewegte sich ihr Intelligenzquotient am Rande einer geistigen Behinderung, wodurch ihre volle Schuldfähigkeit fraglich war.

«Über diese Frau wird nichts berichtet, aber es gibt viel Kritik an unserer Justiz. Das beweist wie voreingenommen, unrealistisch, heuchlerisch und bösartig dieser Medien-Hype gegen Iran ist», sagte Laridschani.

Weiterhin unklar ist das Schicksal des Sohns und des Anwalts Ashtianis sowie zweier deutscher Journalisten, die sich derzeit in iranischer Haft befinden.

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