Horgen ZH: Hohe Geldstrafe für rückfälligen Blaufahrer
Aktualisiert

Horgen ZHHohe Geldstrafe für rückfälligen Blaufahrer

Trotz eines entzogenen Führerausweises hat ein angetrunkener Elektroplaner aus Horgen mit einem Firmenfahrzeug zwei Passanten angefahren und verletzt. Nun wird es für ihn teuer.

von
Attila Szenogrady

Es war am 10. April 2009, als ein heute 23-jähriger Elektroplaner aus Horgen nach einer Blaufahrt nicht nur eine bedingte Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu 120 Franken kassierte, sondern auch den Führerausweis abgeben musste. Offenbar ohne grosse Wirkung. So kam es nur wenige Monate zu einem fatalen Rückfall. So nahm der Schweizer Staatsangehörige am 7. August 2009 in Zürich an einem Firmenfest zu Ehren eines abtretenden Arbeitskollegen teil. Dabei trank er sich einen starken Rausch an.

Fahrerflucht nach Unfall

Obwohl der Beschuldigte am frühen Abend mindestens 1,56 Promille Alkohol im Blut aufwies, fasste er spontan den Beschluss, mit einem Geschäftsfahrzeug nach Au bei Wädenswil zu fahren. Er startete den Lieferwagen und fuhr über die Hardstrasse stadtauswärts. Als er während der Fahrt seinen Sicherheitsgurt anschnallen wollte, passierte es: Er übersah gleich zwei Passanten und fuhr beide an. Eine heute 30-jährige Frau erlitt eine Hirnerschütterung, eine Verstauchung des Halswirbels sowie eine Prellung am rechten Knie. Ein heute 31-jähriger Mann wurde am Halswirbel verletzt. Trotz des Unfalls setzte der Angeklagte die Fahrt fort. Später gab er an, dass er die beiden Personen gar nicht wahrgenommen habe. Er sei vielmehr davon ausgegangen, dass er eine Bauabschrankung berührt habe.

Überführt und geständig

Als ein Vorgesetzter den Fahrerflüchtigen kurz darauf telefonisch verständigte, kehrte er zum Tatort zurück und legte nach seiner Festnahme ein umfassendes Geständnis ab. Der Blödsinn kostete den Angeklagten zunächst seinen Arbeitsplatz. Er wurde entlassen und nahm nach seinem Kollegen ebenfalls den Abschied. Diesmal allerdings ohne Feier.

Am Mittwoch musste sich der umfassend geständige Rückfalltäter wegen fahrlässiger Körperverletzung, Fahrens im angetrunkenen Zustand, pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall, Entwendung zum Gebrauch sowie Fahrens ohne Führerausweis vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Die zuständige Staatsanwältin verlangte eine teilbedingte Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu 120 Franken sowie eine Busse von 500 Franken. 75 Tagessätze davon sollte der Horgner bezahlen. Zudem die widerrufene Vorstrafe von 5 400 Franken.

Heute vollständig abstinent

Vor Gericht hinterliess der junge Mann bosnischer Abstammung einen reumütigen und positiven Eindruck. Er versicherte, dass er seit dem Vorfall keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken habe. Nicht einmal ein einziges Bier.

Sein Verteidiger setzte sich deshalb für eine bedingte Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 120 Franken sowie 500 Franken Busse ein.

So viel Milde wollte das Gericht aber nicht walten lassen. Es setzte zwar eine Bewährungsstrafe von 250 Tagessätzen zu 120 Franken fest. Dafür verhängte es im Sinne eines Denkzettels eine happige und zu bezahlende Busse von 2 400 Franken. Zudem widerrief es die Vorstrafe von 5 400 Franken und brummte ihm sämtliche Gerichtskosten von 2 500 Franken auf. Der Einzelrichter Roland Heimann machte den Blaufahrer darauf aufmerksam, dass eine gerade noch bedingte Geldstrafe von insgesamt 30 000 Franken verhängt worden sei. Bei einem erneuten Rückfall werde er nicht zögern, die hohe Sanktion für vollziehbar zu erklärten, sagte Heimann zum Schluss.

Deine Meinung