Verurteilt: Hohe Geldstrafen für drei FCZ-Fackelwerfer
Aktualisiert

VerurteiltHohe Geldstrafen für drei FCZ-Fackelwerfer

Am Dienstag standen drei FCZ-Fans, die am 2. Mai 2008 im Joggeli Pyros geworfen hatten, vor dem Strafgericht Basel. Die brutalsten Hooligans kommen aber wohl ungestraft davon.

von
Jonas Hoskyn

Das Strafgericht verurteilte die drei FCZ-Fans wegen Landfriedensbruch und Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz zu Geldstrafen zwischen 210 und 270 Tagessätzen. Unter dem Strich bedeutet das Strafen zwischen 21 000 und 32 000 Franken. Dazu kommen die Schadenersatzforderungen des FC Zürich, der für die zwei Geisterspiele, die der Klub als Strafe aufgebrummt bekam, nun von jedem rund 400 000 Franken will.

Alle drei Angeklagten hatten gestanden, vor zwei Jahren beim Match FCB gegen FCZ brennende Pyrofackeln von der Tribüne geworfen zu haben. Alle drei hatten die Pyros jedoch in den leeren Sektor unter der FCZ-Tribüne geworfen. Ein vierter Angeklagter wurde gestern in Abwesenheit verurteilt, weil er eine Büchse in Richtung FCB-Fans geworfen hatte. Und drei weitere Fans haben bereits einen Strafbefehl über 90 Tagessätze bekommen, weil sie am gleichen Match ebenfalls Pyros abge­fackelt hatten.

Das Urteil bleibt unbefriedigend, denn die krassesten FCZ-Hooligans, die die Fackeln in den Basler Familiensektor geworfen und damit zwei Menschen verletzt hatten, konnten trotz Onlinefahndung nicht identifiziert werden. Sie wären wegen Gefährdung des Lebens drangekommen.

Fan-Rekurse in St. Gallen

Alle acht FCB-Fans, die vor zwei Monaten in St. Gallen vom Schnellgericht zu bedingten Geldstrafen verurteilt worden waren, haben Rekurs eingelegt. Laut dem St. Galler Staatsanwalt Thomas Hansjakob liegen sieben der Anklageschriften bereits beim Gericht, die letzte folge demnächst. Die Verhandlung dürfte somit im Spätsommer/Frühherbst stattfinden. Die Muttenzerkurve hatte letzten Monat mit Solidaritäts-T-Shirts Geld für den Rekurs gesammelt.

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