Krankenkassen: Hohe Prämien - weniger Einkommen
Aktualisiert

KrankenkassenHohe Prämien - weniger Einkommen

Der Anstieg der Krankenkassen-Prämien zwischen 2009 und 2010 hat das Wachstum der verfügbaren Durchschnitts-Einkommen gedämpft - um 0,6 Prozentpunkte, wie das Bundesamt für Statistik errechnete.

Der Anstieg der Krankenkassen-Prämien im Jahr 2010 hat das Wachstum der Einkommen um 0,6 Prozentpunkte gedämpft. Dies hat das Bundesamt für Statistik errechnet.

Der Krankenversicherungsprämien-Index (KVPI) ist laut diesen Berechnungen im Prämienjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent gestiegen - der stärkste Anstieg in den letzten zehn Jahren. Nimmt man das Jahr 1999 als Index-Basis 100, so erreichte der KVPI 2010 einen Indexstand von 156,3 Punkten.

Der KVPI erfasst die Prämienentwicklung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung und der Krankenzusatzversicherung. In der obligatorischen Versicherung wuchsen die Prämien 2010 um 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erreichten gegenüber 1999 einen Indexstand von 167,1 Punkten.

Bei den Zusatzversicherungen erhöhten sie sich um durchschnittlich 6,5 Prozent auf einen Indexstand von 134,8 Punkten. Steigerungen um mehr als 7 Prozent waren in den Kantonen FR, BL, SG, AG und VD zu verzeichnen.

Bei stabilen Prämien doppelt so hohes Wachstum

Anhand des KVPI lässt sich die Auswirkung der Prämienentwicklung auf das Wachstum des verfügbaren Einkommens schätzen. Gemäss der KVPI-Modellrechnung dämpften 2010 die steigenden Prämien in Grund- und Zusatzversicherung das Wachstum des verfügbaren Durchschnittseinkommens um 0,6 Prozentpunkte.

Laut der Modellrechnung des BFS wären die verfügbaren Durchschnittseinkommen 2009 auf 2010 pro Person und Monat im Schnitt bei stabilen Prämien von 3768 auf 3813 Franken gestiegen, also um 1,2 Prozent. Wegen des Prämienanstieges stiegen sie aber nur auf 3791 Franken - um 0,6 Prozent.

Wären die Prämien in diesem Zeitraum stabil geblieben, hätten die Haushalte das Geld zusätzlich für Konsum ausgeben oder sparen können.

(sda)

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