Aktualisiert 03.05.2006 20:58

Hohe Sozialkosten: Stadtrat hält nichts von Detektiven

Die Kosten der Sozialhilfe steigen weiter. 11 000 Personen haben im Jahr 2004 im Kanton St. Gallen Fürsorge erhalten. Die Kontroverse um Sozialspitzel beginnt auch hier.

Gestern wurde erstmals ein Bericht über die Sozialhilfeleistungen des Kantons St. Gallen veröffentlicht. 11 000 Personen, häufig Alleinerziehende, Jugendliche und Ausländer, waren 2004 auf Hilfe angewiesen.

Rund 50 Prozent der Leistungen fallen auf die Stadt, die auch schon neuere Zahlen hat als der Kanton: 2005 gab es rund 380 Fälle mehr als 2004, die Sozialhilfekosten stiegen dadurch um rund sieben Millionen auf 21,7 Millionen Franken. Es bestehe Handlungsbedarf, um die Kosten in den Griff zu bekommen, so Stadtrat Hubert Schlegel von der Direktion Soziales und Sicherheit.

Sozialspitzel seien für ihn aber kein Thema. «Wir verhindern die meisten Betrugsfälle durch Prävention», sagt Schlegel. Er schaue aber interessiert nach Zürich und sei gespannt auf die ersten Resultate der Sozialdetektive.

Die SVP der Stadt St.Gallen sieht dagegen in den Sozialspitzeln eine Möglichkeit, die Kosten zu senken. «Die Idee mit den Detektiven klingt gut, es muss etwas geschehen», so Johannes Hofstetter, SVP-Vizepräsident. SP-Fraktionschef Roland Gehrig hält gar nichts von der Überwachungsidee.

(mac)

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