Aktualisiert 13.02.2009 14:51

MissbrauchHohe Strafe für Schänder-Vater

In Zürich hat ein kosovarischer Familienvater seine eigene Tochter im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren regelmässig sexuell missbraucht. Nun muss er für sechseinhalb Jahre hinter Gitter.

von
Attila Szenogrady

Vor einer Woche sah sich das Zürcher Obergericht genötigt, auf eine öffentliche Urteilsberatung zu verzichten. Dies war dem heute 45-jährigen Angeklagten zu verdanken. So hat er die Verhandlung immer wieder mit Zwischenrufen und Fluchtiraden unterbrochen. Selbst als sein Verteidiger zum Plädoyer anhob, hörte der fünffache Familienvater nicht auf und bezeichnete seinen Anwalt als Dummkopf. Mit der Folge, dass Gerichtspräsident Rainer Klopfer den Angeklagten des Saales verwies.

Sechseinhalb Jahre Freiheitsstrafe

Am Freitag stellte das Obergericht das Urteil den Medien zu. Demnach verurteilte es den nicht geständigen Kosovaren wegen mehrfacher sexueller Nötigung, mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern, mehrfacher Drohung und mehrfachen Tätlichkeiten zu einer hohen Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren. Wie schon das Bezirksgericht Zürich sah nun auch das Obergericht die happigen Vorwürfe als erwiesen an.

Eigene Tochter regelmässig sexuell missbraucht

Demnach hatte der Angeklagte zwischen September 2002 und März 2005 seine 1990 geborene Tochter regelmässig missbraucht. Er griff an ihre Brüste und zwang sie zur Vornahme von Manipulationen an seinem Penis. Weiter nötigte er sie, ihn oral zu befriedigen und vollzog mit der Geschädigten dreimal analen Geschlechtsverkehr. Die Mutter erfuhr von den Uebergriffen nichts und wurde ihrerseits vom Angeklagten täglich mit Drohungen sowie Tätlichkeiten drangsaliert. Der Vater habe ein ausgesprochenes Terrorregime geführt, hatte bereits das Bezirksgericht Zürich festgehalten. Dieses hatte im Juni 2007 eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren festgesetzt.

Vergeblich alles bestritten

Der Vater ist bis heute nicht geständig. Er stolperte allerdings über die Zürcher Vormundschaftsbehörde, der sich die Tochter im Frühling 2005 anvertraut hatte. In der Folge schilderte die Schülerin sämtliche Übergriffe der Staatsanwaltschaft, die das Familienoberhaupt im Mai 2005 verhaften liess.

Nun hat auch das Obergericht der Tochter und deren Mutter Glauben geschenkt. Der Hauptantrag des Verteidigers auf einen Freispruch hatte keinen Erfolg. Der Angeklagte wurde verpflichtet, den beiden Geschädigten Schmerzensgelder zu bezahlen. 40 000 Franken für die Tochter, 3000 Franken für die Ehefrau.

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