Aktualisiert 30.11.2011 23:42

ChurHohe Strafen für rumänische Trickdiebe

Rumänische Trickdiebe haben in Chur eine betagte Churerin um ihre Bankkarten gebracht und um über 17 200 Franken erleichtert. Am Dienstag kassierten die geständigen Täter hohe Freiheitsstrafen von 28 Monaten sowie 20 Monaten.

von
Attila Szenogrady

Es war im letzten Februar, als eine rumänische Diebesbande in den Kantonen Zürich und Graubünden ihr Unwesen trieb. Die vier Trickdiebe unter der Leitung einer über 40-jährigen Anführerin suchten sich dabei vor allem betagte Personen als Opfer aus. Am 18. Februar 2011 schlugen sie am helllichten Tag auch mitten in Chur zu.

Bankkonten geplündert

An der Poststrasse beobachteten die Kriminaltouristen eine heute 63-jährige Churerin, die bei einem Bankomaten der UBS-Filiale Geld abhob. Die Frau bemerkte nicht, dass ihr einer der Täter beim Eintippen des Codes über die Schulter schaute. Dann folgte der zweite Teil des Tatplanes. Ein Dieb lenkte die Geschädigte geschickt ab, worauf ihr die Bandenchefin zwei Bankkarten entwenden konnte. Kurz darauf plünderten die Rumänen mittels diversen Bezügen die beiden Bankkonten der Churerin. Als das Opfer am nächsten Tag den Verlust bemerkte, hatte es bereits über 17 200 Franken verloren.

Schon zig-fach vorbestraft

Die Anklageschrift schilderte, wie die Gruppe auch in der Region Zürich mehrere Senioren um höhere Geldbeträge brachte. Ende Januar 2011 tauchte sie auch in der Autobahnraststätte «Heidiland» in Maienfeld auf. Einer der Diebe wollte eine Strickweste stehlen, flog aber dank eines ausgelösten Alarms auf. Bis Ende März konnte die Zürcher Polizei die ganze Bande festnehmen.

Am Dienstag mussten sich zwei Angeklagte vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Am Prozess kam heraus, dass die beiden Profidiebe in mehreren europäischen Ländern schon zig-fach einschlägig vorbestraft sind.

Strafen massiv erhöht

Die beiden Südosteuropäer im heutigen Alter von 20 und 23 Jahren legten vor den Schranken umfassende Geständnisse ab und machten schlicht Geldmangel als Tatmotiv geltend. Die Staatsanwaltschaft brachte sechs Trickdiebstähle zur Anklage und verlangte für die Beschuldigten unbedingte Freiheitsstrafen von 18 sowie 15 Monaten. Die Verteidiger plädierten dagegen auf zwölf und acht Monate Freiheitsentzug. Womit sie auch die sofortige Haftentlassung für ihre Klienten verlangten.

Das Gericht setzte jedoch ein deutliches Zeichen und erhöhte die unbedingten Strafen wegen gewerbsmässigen- sowie bandenmässigen Diebstahls massiv. Auf 28 Monate sowie 20 Monate. Für die Richter waren vor allem die einschlägigen Vorstrafen ausschlaggebend. Die geprellte Churerin wurde mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg eines Zivilprozesses verwiesen.

Im nächsten Jahr soll sich die Bandenchefin vor Gericht verantworten.

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