Aktualisiert 14.10.2009 16:16

Urteil

Hohe Strafen im Kokainprozess

Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat am Mittwoch vier Handlanger der kalabresischen Mafia zu Freiheitsstrafen von bis zu 10 Jahren und 7 Monaten verurteilt. Das Quartett war in den Handel von über 200 Kilogramm Kokain verwickelt gewesen.

Der 56-jährige Hauptangeklagte wurde nicht nur der Drogendelikte für schuldig befunden, sondern als einziger auch der Unterstützung einer kriminellen Organisation.

Damit stützte das Gericht, das in 5er-Besetzung tagte, weitgehend die Anklage von Bundesstaatsanwalt Sergio Mastroianni. Dieser hatte für die beiden Hauptangeklagten - zwei Italo-Argentinier - 12 respektive 9 Jahre Zuchthaus gefordert.

Das Bundesstrafgericht sprach für die beiden Männer nun Freiheitsstrafen von 10 Jahren und 7 Monaten sowie 6,5 Jahren aus. Zwei im Tessin wohnhafte Frauen bestrafte das Gericht für die Verwicklung in den Drogenhandel mit 4 Jahren und 8 Monaten sowie mit anderthalb Jahren bedingt.

Camper um die halbe Welt geschickt

Die Bundesanwaltschaft hatte das Quartett bezichtigt, für die 'Ndrangheta im Geheimfach eines Campers über 250 Kilo Kokain geschmuggelt zu haben. Gut 200 Kilo wurden in Spanien beschlagnahmt.

Laut Anklageschrift kaufte die Bande in der Schweiz einen Lieferwagen, den sie in Antwerpen nach Brasilien verschiffen und dort zum Camper umbauen liess. Dann gings nach Bolivien, wo das Kokain erworben und verstaut wurde.

Anschliessend führte die Reise nach Argentinien, von wo der Camper per Schiff via Senegal nach Europa zurückgeführt wurde. In Italien übernahm dann die 'Ndrangheta den Vertrieb der Drogen.

Die vier Handlanger wurden Anfang 2007 in der Schweiz verhaftet. In Italien wiederum landeten zwanzig Mafiosi hinter Gittern.

(dapd)

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