Hoher Preis der Mobilität
Aktualisiert

Hoher Preis der Mobilität

Die ungedeckten Kosten des Strassen- und Schienenverkehrs betragen gut fünf Milliarden Franken jährlich. Der Strassenvekehr ist für über 90 Prozent der Kosten verantwortlich.

Sie sind in den letzten zehn Jahren laut am Dienstag veröffentlichten Studien ungefähr gleich geblieben.

Die Kosten von Abgasen, Lärm und Unfällen werden grösstenteils von der Allgemeinheit und nicht von den Verursachenden übernommen, wie das Bundesamt für Raumplanung (ARE) im Dienstag mitteilte. In fünf umfangreichen Studien haben Experten die vor gut zehn Jahren erstmals veröffentlichten Daten neu erfasst. Die grössten Kosten verursachen der Strassen- und Schienenverkehr im Gesundheitsbereich, wo jährlich externe Gesundheitskosten in der Höhe von 1.625 Millionen Franken anfallen. Diese wurden errechnet aus zusätzlichen Krankheitsfällen wegen Abgasimissionen sowie der Reduktion der Lebenserwartung. Der Strassenverkehr ist hier zu 94 Prozent verantwortlich.

Durch Verkehrsunfälle entstehen jährlich ungedeckte Kosten von 1.445 Millionen Franken, der Anteil der Schiene ist verschwindend gering. Bei den Lärmschäden im Umfang von 998 Millionen sind Mietzinsausfälle und Gesundheitsschäden wegen dem Verkehrslärm miteinberechnet. 88 Prozent der Kosten sind Mietzinsausfälle. Im Bereich Natur und Landschaft entstehen durch die Zerschneidung und Nutzung von Siedlungsfläche durch den Verkehr Kosten von 765 Millionen Franken. Weiter gehen durch erhöhte Renovationsaufwendungen für Gebäude, Kosten wegen Fassadenschäden und vermehrte Reinigungen weitere 259 Millionen Franken verloren.

Von diesen insgesamt 5,092 Milliarden Franken entfallen laut den Berechnungen des ARE 93 Prozent auf den Strassenverkehr, der Rest auf die Schiene. Nicht erfasst werden die Auswirkungen des Luftverkehrs.

Gegenläufige Entwicklungen hätten insgesamt zu einer Stabilisierung der Kosten geführt, heisst es weiter. Zum einen hätten Erfolge der Luftreinhaltepolitik die Schadstoffbelastung und damit auch die Zahl der Krankheits- und Todesfälle reduziert, zum anderen seien aber auch die medizinischen Behandlungskosten als Folge der wachsenden Gesundheitskosten gestiegen.

Die in den Studien ausgewiesenen Kostenschätzungen seien sehr konservativ und beschränkten sich auf die fünf angegebenen Bereiche, teilte das ARE weiter mit. Es fehlten insbesondere Angaben zu den externen Klimakosten des Verkehrs, zu den Waldschäden und den Ernteausfällen. Kostenangaben für diese Bereiche sollen bis im kommenden Herbst vorliegen. (dapd)

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