Aktualisiert 30.11.2011 08:15

Grossrazzia

Hoher Schaden statt hoher Rendite

Eine dubiose deutsche Gesellschaft hat Anlegern Renditen in einer Höhe von 15,5 Prozent in Aussicht gestellt. Geblieben ist ein Loch von 100 Millionen Euro.

Statt hoher Rendite, weggeworfenes Geld.

Statt hoher Rendite, weggeworfenes Geld.

Wegen des Verdachts auf millionenschweren Kapitalanlagebetrug hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf zahlreiche Wohnungen und Büros in Deutschland, Litauen, Spanien, der Schweiz und Kanada durchsuchen lassen. Drei tatverdächtige Deutsche im Alter von 50 bis 66 Jahren wurden verhaftet, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Sie sollen rund 4000 Anleger um etwa 100 Mio. Euro geschädigt haben.

116 Ermittler seien am Montag ausgerückt und hätten Wohnungen und Büroräume in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen und Hessen durchsucht. Weitere Durchsuchungen erfolgten im Rahmen der Rechtshilfe in der Schweiz, Litauen, Spanien und Kanada (Wohnungen und Firmenräume). Haftbefehle gegen die drei Männer seien vollstreckt worden. Sie seien dringend verdächtig, seit 2002 «in betrügerischer Absicht» Beteiligungen an einer «Business Capital Investors Corp.» vertrieben zu haben.

Schneeballsystem

Anlegern seien Renditen in einer Höhe von 15,5 Prozent in Aussicht gestellt worden. In einschlägigen Internet-Foren finden sich noch immer Fragen besorgter Konsumenten, ob diese Gesellschaft nun seriös sei oder nicht. Den Ermittlern zufolge gibt es indes Anhaltspunkte, dass diese Renditen nicht erwirtschaftet, sondern im Rahmen eines Schneeballsystems aus den Anlagebeträgen gezahlt wurden.

Erst im Sommer war der wohl grössten Fall von Anlagebetrug in Deutschland vom Landgericht Würzburg verhandelt worden. Der Hauptangeklagte wurde zu einer Haftstrafe von zehn Jahren und acht Monaten verurteilt - er hatte mit einem Schneeballsystem mehr als 5000 Kleinanleger und zwei Banken um mehr als 300 Mio. Euro geprellt. Auch Kiener hatte unrealistische Renditen von mehr als zehn Prozent versprochen.

(sda/dapd)

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