Systemwechsel: Hoher Spritverbrauch, hohe Steuern
Aktualisiert

SystemwechselHoher Spritverbrauch, hohe Steuern

Seit Jahrzehnten richtet sich die Höhe der Fahrzeugsteuer nach der Grösse des Hubraums. Die Aargauer Regierung will nun einen neuen Weg gehen und den Energieverbrauch als Richtgrösse einsetzen.

Der Aargauer Regierungsrat will die Motorfahrzeugabgabe von Personen- und Lieferwagen neu nach dem Energieverbrauch statt wie seit 40 Jahren nach dem Hubraum berechnen. Mit dem Systemwechsel schlägt er auch ein Bonus-Malus- System vor.

Die Berechnung auf Grund des Energieverbrauchs wird für den Kanton kostenneutral ausfallen, wie Regierungsrat Peter C. Beyeler (FDP) am Freitag in Aarau bei der Präsentation des neuen Motorfahrzeugabgabegesetzes sagte.

Bis zu 30 Prozent mehr für Geländewagen

Die Abgabe für ein Hybridauto mit Benzin- und Elektroantrieb würde nach dem neuen System mit 124 Franken pro Jahr halb so hoch ausfallen wie bisher. Für einen Geländewagen mit einem hohen Energieverbrauch stiege die Abgabe um rund 30 Prozent auf 500 Franken pro Jahr.

Beyeler geht jedoch davon aus, dass der Energieverbrauch der 330 000 zugelassenen Autos in den kommenden Jahren sinken wird. Damit die Einnahmen für die Strasseninfrastruktur nicht wegbrechen, soll das Kantonsparlament die Motorfahrzeugabgaben erhöhen können.

Das Ende der «Steuer-PS»

Eine Erhöhung wird gemäss Regierungsrat anstehen, wenn die Abgabe pro Auto im Durchschnitt um fünf Prozent gesunken ist. Für grosse Strassenbauprojekte soll das Parlament zudem die Abgaben für die Dauer von acht Jahren um höchstens 25 Prozent erhöhen können.

Im Kanton Aargau werden die Motofahrzeugabgaben seit 1970 nach der Hubraumgrösse («Steuer-PS») berechnet. Die Abgabe liegt im Aargau ein Viertel unter dem schweizerischen Durchschnitt.

Auch Bonus-Malus-System vorgeschlagen

Der Regierungsrat möchte zusätzlich ein Bonus-Malus-System auf der Grundlage der Auto-Umweltetikette des Bundes einführen. Dieses System würde Mehreinnahmen von sechs Millionen Franken pro Jahr bringen.

Über diese Ökologisierung der Abgabe wird das Parlament in einer separaten Vorlage entscheiden. Der Regierungsrat will mit dem taktischen Vorgehen verhindern, dass auch der Wechsel der Berechnungsgrundlage politischen Schriffbruch erleidet.

(sda)

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