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Hoher Strompreis verhalf Atel zu massivem Gewinnsprung

Der hohe Strompreis hat dem Stromkonzern Atel im ersten Halbjahr 2006 zu einem Gewinnsprung verholfen.

Der Halbjahresgewinn lag mit 359 Millionen Franken 64 Prozent höher als im Vorjahr. Der Umsatz wuchs um 46 Prozent auf 5,599 Milliarden Franken. Atel erwartet auch fürs ganze Jahr mehr Gewinn und Umsatz.

Der Gewinnsprung von fast zwei Dritteln wird in der Atel-Mitteilung vom Freitag in Olten nicht nur auf den höheren Energieabsatz bei höheren Energiepreisen, sondern auch auf einmalige Sondereffekte zurückgeführt. Der Konzern-Betriebsgewinn vor Finanzierung, Ertragssteuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 39,1 Prozent auf 555 Millionen Franken an. Der Gewinnausweis übertraf die Erwartungen der Finanzanalysten derart massiv, dass sich der Analyst Sven Bucher von der Zürcher Kantonalbank in seinem Marktkommentar fragte, ob die Finanzgemeinde die gleiche Firma eingeschätzt habe.

Die europaweit tätige Aare-Tessin AG für Elektrizität (Atel) setzte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 60,354 Terawattstunden (TWh) Energie ab, 31 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2005. Der Nettoumsatz der Energiesparte stieg um 54,8 Prozent auf 4,899 Milliarden Franken, ihr Betriebsergebnis (EBIT) stieg gemäss den Angaben um 53 Prozent auf 441 Millionen Franken. Zur markanten Verbesserung trugen alle Geschäftseinheiten bei, doch war das Handelsgeschäft besonders erfolgreich. Hinzu kamen nicht näher umschriebene einmalige Sondererträge, die Bucher als Schätzungsanpassungen und Beteiligungsverkäufe im Betrag von rund 75 Millionen Franken einstufte. Das Turn-around-Segment Energieservice verdoppelte den EBIT auf 16 Millionen Franken und steigerte den Nettoumsatz um vier Prozent auf 703 Millionen Franken.

Atel erwartet im zweiten Halbjahr eine verlangsamte Dynamik im Energiebereich. Saisonale Effekte und Sondererträge des ersten Halbjahrs dürften sich nicht wieder einstellen. Atel rechnet aber fürs ganze Jahr mit einer deutlichen Zunahme von Gewinn und Umsatz. Diese hatten letztes Jahr 413 Millionen beziehungsweise 8,6 Milliarden Franken betragen. Zum Stand der Bildung eines neuen schweizerischen Stromriesen wurden keine Angaben gemacht.

Die Anleger zeigten sich vom Zwischenbericht begeistert. Der Atel-Kurs zog an der Schweizer Börse in gehaltenem Gesamtmarkt scharf an. Er schoss gegenüber dem Vorabend zeitweise um gut zehn Prozent in die Höhe. Bei Handelsschluss stand er mit 2.330 Franken 9,7 Prozent höher. Im Windschatten von Atel verbesserte sich auch der Aktienkurs ihrer Muttergesellschaft Motor-Columbus, der kurz vor Handelsschluss mit 7.200 Franken um 8,3 Prozent oder 550 Franken höher stand. (dapd)

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