Quartalszahlen: Holcim im Minus
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QuartalszahlenHolcim im Minus

Der Zementkonzern Holcim ist im ersten Quartal trotz boomendem Asien-Geschäft wegen einer einmaligen Steuerbelastung in Amerika in die Verlustzone gerutscht.

Unter dem Strich musste Holcim einen Verlust von 68 Mio. Fr. hinnehmen nach einem Gewinn von 74 Mio. Fr. ein Jahr zuvor. Schuld an den roten Zahlen sei eine einmalige Steuerbelastung wegen der Bereinigung der Beteiligungsstrukturen in Nordamerika, erklärte Konzernchef Markus Akermann am Dienstag in einer Telefonkonferenz.

Diese habe den Reingewinn um 182 Mio. Franken geschmälert. Ohne diese Bereinigung hätte der Konzerngewinn um 27,2 Prozent zugelegt, sagte Akermann.

Operativ konnte Holcim indes wieder zulegen. Man habe in den ersten drei Monaten von 2010 wieder mehr Zement, Zuschlagsstoffe und Transportbeton verkauft, sagte Akermann. Der Umsatz des zweitgrössten Zementkonzerns der Welt nach der französischen Lafarge nahm um 4,8 Prozent auf 4,741 Mrd. Fr. zu.

Bauboom in Asien

Der Wachstumskurs in den aufstrebenden Märkten - speziell in Asien - habe sich fortgesetzt. Dort schoss der Umsatz auch dank Zukäufen um beinahe ein Drittel nach oben und macht Fernost zur bei weitem grössten Konzernregion.

Dagegen dämpften der schneereiche Winter und die schwache Wirtschaftslage die Bautätigkeit in Europa und Nordamerika. Auf beiden Kontinenten schrumpften die Umsätze um rund 12 Prozent.

Während in der Schweiz die Auftragslage auf dem Bau unverändert solide gewesen sei, habe bei Holcim Deutschland der Versand in allen Segmenten abgenommen. «Ins Gewicht fiel der Mangel an neuen Bauvorhaben», erklärte Holcim. Unter der Wirtschaftskrise und dem harten Winter litten auch die Geschäfte in Ost- und Südosteuropa.

Während die Bauwirtschaft in den USA keine nennenswerten Fortschritte gemacht habe, sei die Lage in Kanada auch wegen des Wetters besser gewesen.

Mehr Betriebsgewinn

Dank des harten Sparprogramms verbesserte sich der so genannte betriebliche EBITDA (operativer Gewinn vor Abschreibungen und Amortisationen) und stieg gar um 19,1 Prozent auf 909 Mio. Franken.

Die grössten Verbesserungen beim operativen Betriebsergebnis gelangen in Nordamerika, das allerdings immer noch in den roten Zahlen blieb. In Asien legte der Betriebsgewinn um gut ein Fünftel zu, in Europa um 15,1 Prozent.

Mehr Gewinn als erwartet

Insgesamt hat Holcim die Erwartungen der Analysten beim Umsatz leicht verfehlt, beim Gewinn indes übertroffen. Die Auguren hatten laut der Nachrichtenagentur AWP mit einem Umsatz von 4,78 Mrd. Fr. und einem betrieblichen EBITDA von 817 Mio. Fr. gerechnet. Beim Konzerngewinn hatten sie ein Minus von 78 Mio. Fr. vorhergesagt.

An der Schweizer Börse schloss die Aktie um 3,36 Prozent tiefer bei 79.10 Franken. In der ersten Handelsstunde hatte die Aktie noch um 0,9 Prozent auf 82.60 Fr. zugelegt.

Für die Zukunft gab sich die Konzernspitze zurückhaltend: Die weitere Entwicklung am Markt bleibe in Europa und Nordamerika unsicher. Erst die kommenden Monate würden zeigen, ob die schwache Nachfrage im ersten Quartal mehr auf den harten Winter oder eher auf die Konjunktur zurückzuführen sei, sagte Akermann.

Holcim rechne aber in Lateinamerika sowie in Afrika und Nahem Osten mit einem stabilen Geschäft. Asien und Ozeanien würden auf dem Wachstumspfad bleiben. (sda)

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