Aktualisiert 21.03.2005 11:16

Holcim kann Aggregate schlucken

Holcim kann den britischen Bauzulieferer Aggregate Industries übernehmen.

Holcim erklärte das Übernahmeangebot am Montag als unbedingt und gab bekannt, 80,6 Prozent von Aggregate zu kontrollieren. Gleichzeitig gab der weltweit zweitgrösste Zementkonzern den Startschuss zum Kaufangebot für eine indische Gruppe.

Bis am vergangenen 18. März wurden Holcim rund 657,1 Millionen oder 50,8 Prozent der ausgegebenen Aggregate-Aktien angedient, wie Holcim mitteilte. Insgesamt besass die britische Holcim-Tochter damit 1,042 Milliarden oder 80,6 Prozent aller Aggregate-Aktien. Damit gelte das Übernahmeangebot als unbedingt und werde bis auf weiteres aufrechterhalten. Die Übernahme wurde, wie bereits berichtet, von den Kartellbehörden der Europäischen Union und der USA abgesegnet.

Mit der Übernahme von Aggregate, die sich der Schweizer Konzern umgerechnet knapp vier Milliarden Franken kosten lässt, kann Holcim den konsolidierten Umsatz um rund 3,6 Milliarden Franken oder knapp 30 Prozent ausbauen. Vor allem verstärkt der Konzern damit den Bereich Zuschlagsstoffe, in dem Holcim letztes Jahr 104,2 Millionen Tonnen absetzte. Nun kommen weitere 72 Millionen Tonnen von Aggregate hinzu. Holcim will in Zukunft auf ausgewählten Märkten vermehrt als integrierter Baustoffanbieter auftreten. Mit Aggregate, die gemäss Mitteilung fünf Milliarden Tonnen Rohmaterialreserven besitzt, habe Holcim eine solide Basis für weiteres Wachstum gelegt, besonders in den USA.

Beim Ausbauschritt in Indien beginnt nach Genehmigung durch die indische Börsenaufsicht am kommenden Mittwoch die Frist für das öffentliche Kaufangebot für The Associated Cement Companies Ltd. zu laufen, wie Holcim weiter mitteilte. Sie dauert bis kommenden 11. April. Noch offen ist der Entscheid der indischen Börsenaufsicht über das Angebot für die Minderheitsaktionäre der Ambuja Cement Eastern Ltd. An dieser kontrolliert Holcim indirekt bereits 94 Prozent. The Associated Cement Companies betreiben zwölf Zementwerke und drei Mahlstationen mit einer Gesamtkapazität von jährlich 18,2 Millionen Tonnen. Ambuja Cement Eastern weist eine Jahreskapazität von zwei Millionen Tonnen auf. Bei erfolgreichem Vollzug des Übernahmeangebots würde Indien gemessen an der Produktionskapazität der grösste Markt im Holcim-Konzern.

Für die beiden Übernahmen investiert Holcim gemäss früheren Angaben knapp fünf Milliarden Franken. Es handelt sich um den grössten Expansionsschritt in der Geschichte des zweitgrössten Zementkonzerns der Welt.

An der Schweizer Börse gab es einen Kursabschlag. In allgemein leicht stärkerem Gesamtmarkt sank der Wert der Holcim-Aktie am Morgen gegenüber vergangenem Freitagabend um 0,7 Prozent auf 74,40 Franken. (dapd)

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