Aktualisiert 11.11.2011 15:10

Trotz Verletzungspech

Holländische Überflieger mit Torgarantie

Obwohl Bert van Marwijk seine «Elftal» auf Resultatfussball getrimmt hat, besitzt Holland eine geballte Offensiv-Power. Allen voran Robin van Persie ist momentan kaum zu bremsen.

von
pre

Nach dem verlorenen WM-Final gegen Spanien herrschte in Holland Katerstimmung. Zum dritten Mal hatte die «Elftal» den grössten Titel im Weltfussball verpasst. «Wir haben hässlichen Fussball gespielt», kritisierte die Oranje-Legende Johan Cruyff den knallharten Resultatfussball von Trainer Bert van Marwijk.

Dabei hat der 59-jährige Perfektionist aus der launischen Startruppe eine Mannschaft geformt. Unter van Marwijk spielt sich das Oranje-Team von Sieg zu Sieg. Nur im letzten EM-Quali-Spiel in Schweden kassierte man eine Niederlage. Wichtig ist für van Marwijk, dass hinten die Null steht. Die unspektakulären, aber emsigen Arbeiter Joris Mathijsen und Johnny Heitinga organisieren die Abwehr. Im defensiven Mittelfeld räumen Mark van Bommel und Fussball-Rüpel Nigel de Jong, der gegen die Schweiz wohl nicht von Anfang an spielen wird, ab.

Van Persie trifft und trifft

Das Prunkstück der Oranje ist aber nach wie vor die Offensive. Auch ohne Arjen Robben (Leistenoperation) und Klaas-Jan Huntelaar (Nasenbeinbruch) müssen sich die Schweizer auf einen Sturmlauf gefasst machen. Mit Robin van Persie, Rafael van der Vaart, Wesley Sneijder und Dirk Kuyt haben die Oranje vier offensive Topspieler in ihren Reihen.

Vor allem Robin van Persie ist derzeit in blendender Verfassung. Der Arsenal-Stürmer ist blitzschnell, extrem trickreich und hat ausserdem einen guten Schuss. In den ersten elf Premier-League-Partien erzielte der 1,89-Meter-Mann unglaubliche 11 Treffer - drei davon im prestigeträchtigen Derby gegen Chelsea. Seine Bilanz im Nationaltrikot kann sich ebenfalls sehen lassen. In der EM-Qualifikation hatte der 28-jährige van Persie, der meist als hängende Spitze hinter Topskorer Huntelaar spielt, sechsmal getroffen, in 59 Länderspielen insgesamt bereits 25-mal.

Hitzfeld will eine Leistung wie gegen England

Trotz Krise: Für die «Elftal» treffen die Topstars

Ebenfalls in Topform ist Rafael van der Vaart. Seit seinem Wechsel von Real Madrid zu Tottenham Hotspur im Sommer 2010 ist der Spielmacher wieder regelrecht aufgeblüht. Für die «Spurs» hat er in dieser Saison auch schon sechsmal getroffen, in der Nationalmannschaft glänzt der 28-Jährige dagegen mehr als Vorbereiter. Nur beim 4:0-Sieg in Ungarn reihte sich van der Vaart in der EM-Quali unter die Torschützen.

Nicht so gut wie van Persie und van der Vaart läuft es dagegen Dirk Kuyt und Wesley Sneijder. Kuyt hat in elf Pflichtspielen für Liverpool erst im League Cup gegen das zweitklassige Brighton & Hove Albion eingenetzt. Im Nationaltrikot ist auf den 31-Jährigen aber nach wie vor Verlass: Sechs Treffer in neun Qualispielen. Erst seit kurzem spielt Sneijder nach einer Muskelzerrung wieder. Für Inter, das in der Serie A nur auf Rang 17 liegt, hat der Freistossspezialist erst einmal getroffen, in der Nationalmannschaft gelangen ihm vier Treffer in seinen neun Länderspielen des Jahres 2011.

Hitzfelds Schlachtplan

Die Schweiz ist gewarnt. Ottmar Hitzfeld weiss um Hollands Stärken und hat auch schon einen Schlachtplan bereit. «Ich hoffe, im Spiel eine Lösung zu finden, wie wir diesen Weltklassegegner stoppen können», sagt der Schweizer Nati-Coach vor dem Prestigeduell. «Wir benötigen eine sehr gute Raumaufteilung, müssen einander gut absichern, viel Laufarbeit betreiben und uns auf ein aggressives Pressing gefasst machen. Diese Partie ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung meiner Spieler und wird sehr lehrreich sein. Sie sollen zeigen, was sie draufhaben.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.