Geld gegen Krawalle: Hollande investiert fünf Milliarden Euro in Banlieus
Aktualisiert

Geld gegen KrawalleHollande investiert fünf Milliarden Euro in Banlieus

Die Vororte von Paris sind ein Pulverfass. Zuletzt kam es hier vor zwei Wochen zu Krawallen. Mit einer Geldspritze will die Regierung den Randquartieren nun helfen.

von
kmo
Frankreichs Präsident François Hollande reicht den Bewohnern der Banlieues die Hand – und verspricht Milliardeninvestitionen.

Frankreichs Präsident François Hollande reicht den Bewohnern der Banlieues die Hand – und verspricht Milliardeninvestitionen.

Zwei Wochen nach Krawallen in einem Pariser Banlieue will Präsident François Hollande einem der drängendsten Probleme in Frankreich mit einer neuen Geldspritze begegnen: Rund fünf Milliarden Euro an direkter staatlicher Hilfe sollen in soziale Brennpunktvororte fliessen, die seit Jahren unter Arbeitslosigkeit, hoher Kriminalität und Perspektivlosigkeit leiden. Der Plan wurde am Freitag erstmals dem Kabinett vorgestellt - zwei Tage nach Hollandes Besuch im Pariser Vorort Clichy-Sous-Bois. In dem Bezirk im Nordosten der Hauptstadt entzündeten sich die drei Wochen anhaltenden Krawallen im Jahr 2005.

Ausschreitungen wegen Burkaverbot

Doch vor zwei Wochen kam es erneut zu Unruhen: Im südwestlich gelegenen Pariser Stadtteil Trappes wurden Dutzende Autos angezündet. Auslöser war die Verhaftung eines Mannes, der einen Polizisten angegriffen haben soll, weil dieser seiner mit einer Burka verhüllten Frau einen Strafzettel verpasst hatte. Die öffentliche Tragen des islamischen Schleiers ist in Frankreich verboten.

Auf die Vorfälle in Trappes ging Hollande bei seinem Besuch in Clichy-Sous-Bois zwar nicht ein. Doch räumte er ein, dass die Banlieues trotz der milliardenschweren Investitionen seit 2005 weiter ein Pulverfass seien. Dennoch gab sich Hollande optimistisch. Seine sozialistische Regierung setzt nun vor allem auf staatlich geförderte Jobs und die Verbesserung der Wohnungssituation in den Randbezirken. Deren Einwohner kommen zumeist aus den früheren französischen Kolonien und haben gerade bei der Jobsuche mit Diskriminierung zu kämpfen. (kmo/sda)

Deine Meinung