Alstom-Poker : Hollande trifft sich erneut mit GE-Chef Immelt
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Alstom-Poker Hollande trifft sich erneut mit GE-Chef Immelt

Die Verhandlungen um die Alstom-Übernahme werden wieder ganz oben geführt: Frankreichs Präsident Hollande schaltet sich ein. Er bittet GE-Chef Immelt zum Gespräch nach Paris.

von
ale
CEO Jeffrey R. Immelt verlässt nach dem Gespräch mit Präsident Hollande den Elysee Palast guten Mutes.

CEO Jeffrey R. Immelt verlässt nach dem Gespräch mit Präsident Hollande den Elysee Palast guten Mutes.

Für kommenden Mittwoch (28.) kündigte der Élysée-Palast am Samstag in Paris ein Treffen des Staatschefs mit der Spitze des US-Konzerns General Electric (GE), Jeff Immelt, an. Beide hatten bereits Ende April über eine mögliche Übernahme von Alstom durch GE gesprochen.

Sowohl der US-Mischkonzern GE als auch die deutsche Konkurrenz Siemens haben Interesse an Teilen des Alstom-Konzerns, der unter anderem den Schnellzug TGV baut. Hollande hatte das GE-Angebot über 12,35 Milliarden Euro als nicht ausreichend bezeichnet.

Poker um Alstom

Auch Siemens interessiert

Ursprünglich wollte die Siemens-Führung bis Ende kommender Woche beschliessen, ob sie das GE-Angebot kontert. Der US-Konzern verlängerte kürzlich aber die Frist für sein Angebot um drei Wochen. Der Alstom-Verwaltungsrat hatte ein Sondergremium damit beauftragt, die GE-Offerte zu beraten. Siemens prüft aktuell die Bücher von Alstom.

Beide Unternehmen sind vor allem an der Energietechnik-Sparte von Alstom interessiert. Siemens hat zudem vorgeschlagen, im Bahn-Geschäft ein von französischer Seite kontrolliertes Gemeinschaftsunternehmen zu gründen. So könnten in den Bereichen Transport und Energie zwei starke europäische Konzerne entstehen.

Die französische Regierung stärkte Mitte Mai per Dekret ihre Interventionsrechte bei Übernahmen. Sie will keine für den Industriestandort Frankreich nachteilige Entscheidung des Alstom-Verwaltungsrats akzeptieren. (ale/sda)

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