Aktualisiert 11.04.2005 11:31

Hollenstein erbte «grüne» Stimmen

Hans Hollenstein (CVP) hat die Ersatzwahl in den Regierungsrat überdeutlich gewonnen, weil er im Schnitt zwanzig Prozent mehr Stimmen machte als im ersten Wahlang.

So lautet die triviale Erklärung des Statistischen Ams des Kantons Zürich.

Hollenstein kam am Sonntag auf 179 635 Stimmen. Sein unterlegener Herasuforderer Bruno Heinzelmann (SVP) konnte dagegen nur gerade 94 944 Stimmen auf sich vereinigen.

Der Winterthurer Stadtrat erzielte lediglich in der Gemeinde Hofstetten ein schlechteres Resultat als am 27. Februar. In vielen Zürcher Stadtkreisen schnitt er dagegen im zweiten Wahlgang überdurchschnittlich besser ab.

Grössere Mobilisierung in Zürich

Dies hängt mit dem Rückzug von Ruth Genner (Grüne) zusammen. Die Stadt Zürich war im ersten Wahlgang die Hochburg Genners. In Zürich entsprach der Zuwachs Hollensteins beinahe aufs Prozent genau dem Stimmenanteil Genners vom ersten Wahlgang. Entsprechend konnte der CVP-Kandidat die Stimmen der Grünen erben.

Dass sich Teile der Genner-Wählerschaft der Wahl vom Sonntag enthalten haben, sei sehr unwahrscheinlich, hält das Statistische Amt weiter fest. Gerade in der Stadt Zürich habe die Stimmbeteiligung mit 5 Prozent (von 28 auf 33) stärker zugenommen als im übrigen Kanton. Dieser Mobilisierungseffekt habe sich positiv auf Hollenstein ausgewirkt.

Keine zusätzliche FDP-Hilfe für Heinzelmann

Heinzelmanns Resultate in den Gemeinden entsprechen stark denjenigen von Toni Bortoluzzi im ersten Wahlgang. Meist liegen Heinzelmanns Stimmenzahlen etwas darunter - insbesondere in jenen Gemeinden, in denen Bortoluzzi Spitzenresultate erreicht hatte.

Heinzelmann wie zuvor auch Bortoluzzi gelang es, in den reichen See(-Gemeinden) systematisch mehr Stimmenprozente zu machen, als es dem Wähleranteil der SVP entsprechen würde. Also in Gebieten, wo der FDP-Wähleranteil überdurchschnittlich hoch ist.

Kein Zusammenhang besteht zwischen der Zu- respektive Abnahme der Stimmbeteiligung und dem FDP-Wähleranteil. Offensichtlich sei es der SVP auch mit dem «gemässigteren» Exekutivpolitiker Heinzelmann nicht gelungen, die FDP-Wähler in nennenswertem Ausmass zusätzlich zu mobilisieren, lautet das Fazit des Statistischen Amts.

SVP-Hochburgen halfen auch nicht

Hinzu kommt, dass die Stimmbeteiligug in ländlichen SVP- Hochburgen (Bezirke Affoltern und Andelfingen) entgegen dem kantonalen Trend sogar etwas niedriger war, als im ersten Wahlgang. Auch wenn diese Gegenden kein grosses Stimmgewicht haben, hat dies Heinzelmann wohl noch zusätzlich Stimmen gekostet.

Nicht nur der grosse Stimmenabstand Hollensteins belegt dessen eindrücklichen Wahlsieg. Der neue CVP-Regierungsrat entschied in 150 von 171 Gemeinden die Wahl für sich. Und er gewann in sämtlichen der zwölf Bezirke.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.