Jennifer Lawrence: «Hollywood, bezahl deine Frauen anständig»

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Jennifer Lawrence«Hollywood, bezahl deine Frauen anständig»

Filme mit weiblichen Hauptdarstellerinnen laufen im Kino am besten. Und trotzdem kriegen Schauspielerinnen immer noch weniger Geld.

von
ink

Jennifer Lawrence hat die Nase voll. Vor einiger Zeit hat die Schauspielerin öffentlich gemacht, dass sie bisher viel weniger verdient hat als ihre männlichen Co-Stars. Das erkannte sie nach dem Sony-Hack , bei dem unter anderem Verträge für grosse Produktionen wie «American Hustle» offengelegt wurden. Sie hat daher ihre Kolleginnen dazu aufgerufen, zukünftig besser über Löhne zu verhandeln. «Ich habe als Verhandlungspartner versagt, weil ich zu früh aufgegeben habe», schrieb Lawrence in ihrem Essay über die Lohnungleichheit in Hollywood.

Dabei hätten Jennifer Lawrence und andere weibliche Hauptdarstellerinnen ein Ass im Ärmel, würden sie diese Studie zum nächsten Verhandlungsgespräch mitbringen: Mic.com hat nämlich Filme, die hauptsächlich weibliche Hauptdarstellerinnen präsentieren, mit Filmen, in denen Männer die erste Geige spielen, verglichen: Filme mit Frauen in den Hauptrollen machen an der Kinokasse offenbar mehr Umsatz. Konkret spielen sie laut dieser Studio rund 45,5 Millionen US-Dollar mehr ein als ein Film mit hauptsächlich männlichen Darstellern.

Mic.com verglich die 25 umsatzstärksten Filme aus jedem Jahr zwischen 2006 und 2015. Streifen, mit Männern und Frauen in den Hauptrollen wie etwa «Les Misérables» oder Filme, bei denen keine Menschen im Fokus standen (zum Beispiel «Transformers»), wurden aussortiert. Zum Schluss nahmen die Filmkenner 133 Filme genauer unter die Lupe. Nur 36 von 133 Filmen setzten auf eine weibliche Hauptrolle – und die sollen alle im Durchschnitt mehr Geld in die Produzenten-Kasse gespült haben.

Frauen sollen besser verhandeln

Die Studie hinkt allerdings ein bisschen. Sie operiert mit Durchschnittswerten, das heisst: Gäbe es mehr Filme mit weiblichen Protagonistinnen, fielen auch mehr Filme an der Kinokasse durch. Mehr Filme, mehr Flops, argumentieren die Studienmacher. Eine Tendenz zeigt die Studie aber deutlich: Das Kino-Publikum schätzt Frauen-Rollen. Dies ändert natürlich nichts an den Lohnungleichheiten.

Hier hat sich Jennifer Lawrence für künftige Verhandlungen um Millionenbeträge eine neue Strategie zurechtgelegt: «Ich habe es satt, einen ‹netten› Weg zu finden, meine Meinung zu sagen, ohne dass die Leute denken, ich sei eine verwöhnte Göre», schreibt JLaw in ihrem Essay. Schützenhilfte bekommt sie von «Silver Linings»-Co-Star Bradley Cooper. Er will sich vertraglich zusichern lassen, dass die Frauen in seinen Filmen genauso viel verdienen wie er. Er wolle zudem offenlegen, wie viel Gage er kassiert, um damit die Verhandlungsbasis seiner weiblichen Co-Stars zu verbessern, so Bradley zur Nachrichtenagentur Reuters.

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