Riddes VS: Holocaust-Leugner im Wallis
Aktualisiert

Riddes VSHolocaust-Leugner im Wallis

Der Holocaust-Leugner Richard Williamson hält sich derzeit im Wallis auf. Eine Einreisesperre hätte laut jüdischen Organisationen geprüft werden müssen.

von
Antonio Fumagalli
Priester und Diakone nehmen an einer Priesterweihe der Pius-Bruderschaft in Ecône teil.

Priester und Diakone nehmen an einer Priesterweihe der Pius-Bruderschaft in Ecône teil.

In diesen Tagen findet im Walliser Weiler Ecône die Priesterweihe der erzkonservativen Pius-Bruderschaft statt. Mit dabei ist laut «Le Matin» der äus­serst umstrittene Bischof Richard Williamson. Der Brite fiel in der Vergangenheit wiederholt durch provokative Äus­serungen auf. Gegenüber einem schwedischen Fernsehsender sagte er im Bezug auf den Holocaust: «Ich glaube, es gab keine Gaskammern.» Wegen Leugnung des Holocaust wurde er im April von einem deutschen Amtsgericht zu 10 000 Euro Busse verurteilt.

Williamsons Besuch schlägt auch in der Schweiz hohe Wellen: «Wir sind sicher nicht darüber erfreut, dass er hier weilt. Die juristische Frage einer Einreisesperre hätten die Behörden prüfen müssen», sagt Jonathan Kreutner vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund. Auch FDP-Politiker Christian Wasserfallen findet es «heikel, dass solche Extremisten einreisen können». Nationalratskollege Andy Tschümperlin (SP) zieht den Vergleich mit dem Islam-Prediger Pierre Vogel, dem vor einem halben Jahr die Einreise verweigert wurde: «Man sollte mit gleichen Ellen messen.» Noch schärfer kommentiert die CVP Williamsons Einreise: «Holocaust-Leugner sind für mich untolerierbar. Sie sollen raus», so Sprecherin Marianne Binder. Das zuständige Bundesamt für Polizei wollte aus Datenschutzgründen keine Auskunft über den konkreten Fall geben.

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