Madrid: Holocaust-Witz – Stadtrat kündigt nach 1. Arbeitstag

Aktualisiert

MadridHolocaust-Witz – Stadtrat kündigt nach 1. Arbeitstag

Das Internet vergisst nie: Der neu ernannte Kulturstadtrat von Madrid Guillermo Zapata (36) stolpert über einen Twitter-Eintrag aus dem Jahr 2011.

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Am 14. Juni 2015 zum Kulturstadtrat der Stadt Madrid ernannt, am 15. Juni bereits zurücktreten. Der 36-jährige Guillermo Zapata stolperte über einen Twitter-Eintrag aus dem Jahr 2011.

Am 14. Juni 2015 zum Kulturstadtrat der Stadt Madrid ernannt, am 15. Juni bereits zurücktreten. Der 36-jährige Guillermo Zapata stolperte über einen Twitter-Eintrag aus dem Jahr 2011.

Fernando Alvarado
In einem Tweet vom 31. Januar 2011 schrieb Zapata: «Wie bringst du fünf Millionen Juden in einen Fiat Seicento rein? Im Aschenbecher.»

In einem Tweet vom 31. Januar 2011 schrieb Zapata: «Wie bringst du fünf Millionen Juden in einen Fiat Seicento rein? Im Aschenbecher.»

In einem weiteren Eintrag macht sich Zapata über die Entführung und der Ermordung dreier Mädchen im spanischen Alcácer bei Valencia lustig. Er erwähnt dabei die Journalistin Irene Villa, die bei einem Attentat der Terrororanisation ETA beide Beine verlor: «Sie mussten den Friedhof von Alcáser (sic) schliessen, damit Irene Villa dort nicht Leichenteile holen geht.»

In einem weiteren Eintrag macht sich Zapata über die Entführung und der Ermordung dreier Mädchen im spanischen Alcácer bei Valencia lustig. Er erwähnt dabei die Journalistin Irene Villa, die bei einem Attentat der Terrororanisation ETA beide Beine verlor: «Sie mussten den Friedhof von Alcáser (sic) schliessen, damit Irene Villa dort nicht Leichenteile holen geht.»

Guillermo Zapata wurde am Samstag von der neuen Madrider Bürgermeisterin Manuela Carmena zum Kulturstadtrat ernannt. Doch bereits am Montag gab der 36-jährige Comiczeichner und Drehbuchautor seinen Rücktritt bekannt, nachdem einige seiner Twitter-Einträge aus dem Jahr 2011 an die Öffentlichkeit gelangt waren. Zapata hatte damals Witze über Opfer des Holocausts und des Terrors der baskischen Untergrundorganisation ETA verbreitet.

Die erste, die sich kritisch über Zapatas Tweets äusserte, war Bürgermeisterin Carmena selbst: «Auch Humor hat seine Grenzen», meinte die linke Politikerin, die knapp 24 Stunden zuvor mit Unterstützung der neuen Linkspartei Podemos (Wir können) ins Amt gewählt worden war. Bald folgte die Opposition, die die sofortige Absetzung des Kulturstadtrats forderte.

Juden-Witz «aus dem Kontext» gezogen?

In einem der polemischen Tweets hatte Zapata geschrieben: «Wie bringst du fünf Millionen Juden in einem Fiat Seicento hinein? Im Aschenbecher.» Der Politiker entschuldigte sich am Montag an einer Pressekonferenz in Madrid dafür. Er habe nur Witze weitergegeben, die damals im Umlauf gewesen seien, sagte er. Diese seien heute «aus dem Kontext» gezogen worden.

Er sei weder ein Antisemit noch ein Anhänger der ETA, sagte Zapata der Zeitung «ABC»: «Ich mag einfach den boshaften schwarzen Humor. Ich finde, es ist eine gesunde Art und Weise, über die grausamen Taten zu lachen, zu denen der Mensch fähig ist.»

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