Aktualisiert 28.12.2019 14:42

Schweizer SensationKryenbühl kitzelt den König von Bormio

Auch die zweite Abfahrt von Bormio geht an Dominik Paris. Mit Startnummer 25 bringt ihn aber ein junger Schweizer zum Schwitzen.

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Die spektakuläre Fahrt von Urs Kryenbühl in Bormio. (Video: SRF)

Dominik Paris klopfte sich auf die kräftigen Oberschenkel und lachte und staunte ungläubig. Eben hatte Urs Kryenbühl im Ziel abgeschwungen nach der kräfteraubenden Fahrt auf der Pista Stelvio von Bormio, und der 25-jährige Schweizer mit Startnummer 25 kam ihm, Paris, nahe, sehr nahe, bedrohlich nahe. Nachdem er bei den letzten Zwischenzeiten sogar noch geführt hatte, verfehlte Kryenbühl die Bestzeit des Südtirolers um winzige 8 Hundertstel. Und sorgte so für die Sensation des Tages.

Kryenbühl aus Unteriberg im Kanton Schwyz fährt im B-Kader von Swiss-Ski und ist einer der Hinterbänkler des Verbandes. Sein Debüt im Weltcup gab er am 28. Dezember 2014, in Santa Caterina, und bis zu seinem zweiten Rang nun – exakt fünf Jahre später – war der Speedspezialist noch nie in die Top 10 gefahren. Tags zuvor, am Freitag, hatte Kryenbühl mit dem 13. Rang sein bestes Ergebnis realisiert.

Der Schwyzer sagte gegenüber SRF: «Ich glaube nicht, dass ich es schon realisiert habe. Ich sah im Ziel einfach das 2 und dachte: Jetzt muss ich wohl jubeln. Ich ahnte, dass ich schnell unterwegs bin, aber dass ich so schnell bin, dachte ich nicht.»

Auch Hintermann überrascht

Mit seiner fulminanten Fahrt verdrängte Kryenbühl Teamkollege Beat Feuz auf den dritten Rang – und sorgte dafür, dass ihn Paris als Leader im Abfahrtsweltcup verdrängt. Der Emmentaler, schon am Tag zuvor auf dem Podest, gestand, dass er kaum Fehler gemacht habe, «und Paris auf dieser Strecke wohl einfach eine Spur besser ist». 0,26 Sekunden verlor er auf den Südtiroler, der als «König von Bormio» nun zum fünften Mal die Abfahrt auf der Stelvio gewann.

Auf Rang 6 klassierte sich mit Niels Hintermann ein weiterer Schweizer und trug seinen Teil zum hervorragenden Teamergebnis von Swiss-Ski bei. Als einer von nur fünf Fahrern hielt Hintermann seinen Rückstand auf Paris unter einer Sekunde. Chancenlos war Carlo Janka.

Weltcup-Abfahrt der Männer: 1. Paris (ITA) 1:55,37. 2. Kryenbühl (SUI) 0,08 zurück. 3. Feuz (SUI) 0,26. 4. Kilde (NOR) 0,73. 5. Mayer (AUT) 0,84. 6. Hintermann (SUI) 0,88. 7. Clarey (FRA) 1,09. 8. Théaux (FRA) 1,40. 9. Muzaton (FRA) 1,53. 10. Kriechmayr (AUT) 1,61.

Ferner die weiteren Schweizer: 28. Roulin 3,15. 36. Janka 3,70. 44. Rogentin 4,68. 45. Rösti 5,02. – 53 Fahrer gestartet, 45 klassiert. – Ausgeschieden u.a.: Mani (SUI) und Reichelt (AUT/Verdacht auf Knieverletzung).

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