Hilterfingen BE: Holzstägeli freut Schwimmer – doch Gemeinde will es räumen
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Hilterfingen BEHolzstägeli freut Schwimmer – doch Gemeinde will es räumen

Eine Privatperson hat in Hilterfingen BE ein Holztreppchen ans Seeufer gestellt. Die Aktion findet bei Anwohnern Beifall. Dennoch will die Bauverwaltung das Stägeli entfernen.

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Am Thunerseeufer in Hilterfingen macht Schwimmern seit neustem diese Holztreppe das Leben leichter.

Am Thunerseeufer in Hilterfingen macht Schwimmern seit neustem diese Holztreppe das Leben leichter.

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Viele zeigen sich darüber dankbar. Kein Wunder: Die Mauer ist im Verhältnis zum Wasserpegel relativ hoch.

Viele zeigen sich darüber dankbar. Kein Wunder: Die Mauer ist im Verhältnis zum Wasserpegel relativ hoch.

Dietrich Michael Weidmann/Wikipedia
Doch die Freude währt nicht lange: Die Gemeinde will das Stägeli entfernen, wie sie auf Anfrage sagte.

Doch die Freude währt nicht lange: Die Gemeinde will das Stägeli entfernen, wie sie auf Anfrage sagte.

Dietrich Michael Weidmann/Wikipedia

Darum gehts

  • An der Thunersee-Promenade in Hünibach führt seit kurzem eine Holzleiter ins Wasser.
  • Viele Bewohner sind dankbar für die Ein- und Ausstiegshilfe, die der Unbekannte dort angebracht hat.
  • Doch sie werden enttäuscht: Die Gemeinde wird das Stägeli entfernen.

In Hilterfingen BE muss derzeit nicht mehr über die Mauer kraxeln, wer sich ein Bad im Thunersee genehmigte: Seit wenigen Tagen ist am Ufer zwischen Bächimatt und Hünibach ein Holztreppchen angebracht, das für den Ein- und Ausstieg genutzt werden kann. «Superpraktisch», meint ein Anwohner. «Es braucht schon Kraft, dort aus dem Wasser zu steigen. So wird es wohl viel gemütlicher sein.»

Auch in der Thuner Facebook-Gruppe ist man dankbar für die Ein- und Ausstiegshilfe. Zugleich äussern manche Bedenken, ob das Stägeli von Dauer sein wird: «Nimmt mich wunder, wie lange es geht, bis entweder ein Dubbel es kaputt macht oder ein Amt es nicht bewilligt», meint eine Userin.

«Es darf nicht Wilder Westen herrschen»

Die Zweifel sind mehr als berechtigt, wie ein Anruf bei der Gemeinde zeigt. Bauverwalter Lorenz Saurer hatte bis anhin keine Kenntnis von der baulichen Massnahme; eine Bewilligung dafür wurde demnach nicht eingeholt. Man werde der Sache nun nachgehen, kündigt Saurer an. Bereits jetzt stehe aber fest: «Das Stägeli muss weg.»

Letztlich gehe es um die Haftungsfrage: «Wenn etwas passiert und jemand verletzt wird, kann dies auf die Gemeinde als Grundeigentümer zurückfallen.» Ein solches Treppchen komme schliesslich in die Jahre und müsse unterhalten werden. Hinzu komme, dass die Gemeinde das Baden an dieser Stelle wegen der Schifffahrt lediglich dulde, aber sicher nicht fördere.

Saurer hat Verständnis, dass sich einige über das Treppchen freuen. Doch die politischen Wege seien nun einmal einzuhalten, sprich es sei ein Gesuch bei der Gemeinde zu stellen: «Nicht jeder kann einfach irgendwo etwas hinstellen. Es darf nicht Wilder Westen herrschen.»

(sul)

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