Aktualisiert 20.05.2019 09:14

AttackeHomophobe Randalierer greifen LGBT-Stand an

Mehrere Chaoten haben in Zürich einen Stand der LGBT-Community attackiert. Die Polizei ermittelt gegen die Tatverdächtigen.

von
20M

Hier attackieren Unbekannte den Info-Stand in Zürich.

Mehrere Jugendliche haben gestern Nachmittag beim Lochergut im Zürcher Kreis 4 einen Info-Stand angegriffen, der über LGBT-relevante Themen aufklären sollte. Der Angriff ereignete sich ausgerechnet am Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT). Auf Instagram und Twitter kursiert ein Video, das zeigt, wie mehrere Jugendliche am Stand Schilder beschädigen und Regenbogenfahnen wegreissen. Danach machen sich die Chaoten aus dem Staub.

Laut Roman Heggli, Geschäftsleiter von Pink Cross, betrieb die Organisation «Achtung Liebe» den Info-Stand. Sie setzt sich schweizweit für eine zeitgemässe und altersgerechte Sexualaufklärung ein. Vertreter der Organisation selbst waren am Samstag für 20 Minuten nicht erreichbar.

Ermittlungen zur Täterschaft laufen

Judith Hödl, Mediensprecherin der Zürcher Stadtpolizei, bestätigt: «Die Polizei rückte am Freitag um 14 Uhr zum Stand aus. Unbekannte haben dort mehrere Sachbeschädigungen begangen.» Die Verursacher seien nicht festgenommen worden, aber: «Die Ermittlungen bezüglich der Täterschaft sind noch im Gang», so Hödl. Mehr könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen zum Vorfall.

Laut Roman Heggli kam es rund eine halbe Stunde später am Info-Stand zu einem zweiten tätlichen Angriff. Dabei habe ein Einzeltäter beim Stand Schilder und Fahnen auf den Boden geworfen. Diese Vorfälle zeigten, dass mehrere Personen in der Schweiz Probleme mit der LGBT-Community hätten und man solche Attacken nicht verharmlosen dürfe. «Für Betroffene ist es sehr erschütternd, wenn sie aufgrund ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität angegriffen werden», so Heggli.

Auf ihrem Instagram-Account schreibt die Bewegung für den Sozialismus Zürich: «Solche Angriffe zeigen einmal mehr: Konsequente antihomophobe, antitransphobe, antisexistische und antifaschistische Arbeit ist dringend nötig.» Man drücke allen Angegriffenen die vollste Solidarität aus.

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