Club reagiert rigoros: Homophobe und rassistische Aussagen kosten Hertha-Goalie-Coach den Job
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Club reagiert rigorosHomophobe und rassistische Aussagen kosten Hertha-Goalie-Coach den Job

Zsolt Petry, ungarischer Goalie-Trainer von Bundesligist Hertha Berlin provoziert mit seinen Aussagen. Deshalb fordern Fans seinen Rauswurf. Mit Erfolg. Der Club trennt sich per sofort von ihm.

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Zsolt Petry, Goalie-Trainer von Hertha BSC Berlin hat einen Shitstorm heraufbeschwört. 

Zsolt Petry, Goalie-Trainer von Hertha BSC Berlin hat einen Shitstorm heraufbeschwört.

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Der Ungar äusserte sich homophob und rassistisch. 

Der Ungar äusserte sich homophob und rassistisch.

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Die Berliner reagierten schnell auf die Aussagen ihres Goalie-Trainers – und entliessen ihn. 

Die Berliner reagierten schnell auf die Aussagen ihres Goalie-Trainers – und entliessen ihn.

Andreas Gora/dpa POOL/dpa

Darum gehts

  • Herthas Goalie-Trainer hat einen Shitstorm heraufbeschwört.

  • Der Ungar irritiert mit homophoben und rassistischen Äusserungen.

  • Der Berliner Bundesliga-Club reagierte zunächst nicht auf die Aussagen.

  • Später teilte der Club mit, dass Petry entlassen sei.

Dieses Interview hatte Folgen. Genauer: Berufliche Konsequenzen. Doch von Anfang an. Herthas Torwarttrainer Zsolt Petry sorgte mit fragwürdigen Aussagen zu den Themen Homosexualität und Zuwanderung für Irritationen. Petry kritisierte in einem Interview mit der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung «Magyar Nemzet» vom Ostermontag den Einsatz des ungarischen Torhüters Peter Gulacsi von RB Leipzig für einen Verein, der unter anderem die Homo-Ehe unterstützt. Er verstehe nicht, was seinen Landsmann Gulacsi dazu bewogen habe, «sich für Homosexuelle, Transvestiten und Menschen sonstiger geschlechtlicher Identität einzusetzen», sagte Petry.

Der 54-Jährige, der mit Unterbrechungen seit 2015 bei den Berlinern arbeitet, vertrete selbst eine konservative Linie. Auch beim Thema Migration. «Ich verstehe gar nicht, wie Europa moralisch so tief sinken konnte, wie jetzt. (...) Europa ist ein christlicher Kontinent, ich sehe den moralischen Niedergang nicht gerne, der den Kontinent niederfegt», sagte Petry: «Die Liberalen blasen die Gegenmeinungen auf: Wenn du die Migration nicht gut findest, denn schrecklich viele Kriminelle haben Europa überlaufen – dann werfen sie dir sofort vor, dass du ein Rassist bist.»

Fristlose Kündigung für Petry

Nachdem Hertha Berlin zunächst nicht reagiert hatte, gab es in den sozialen Medien viel Kritik für die Aussagen Petrys. Fans forderten auch Hertha und Sportdirektor Arne Friedrich zu einer Reaktion auf das Interview auf. Doch sie kam nicht. Bis am Dienstagmittag.

Dann teilt Hertha mit, dass der Club Petry per sofort freistelle. Hertha-CEO Carsten Schmidt erklärt: «Die Arbeit von Zsolt Petry wurde in seinen Jahren bei Hertha BSC immer sehr geschätzt. Ebenso erlebte man ihn stets offen, tolerant und hilfsbereit. Er hat zu keiner Zeit homophob oder fremdenfeindlich agiert.» Und: «Auch unter Würdigung von Übersetzungsfeinheiten und der Tatsache, dass einige Aussagen von Zsolt im Interview ohne Rücksprache vor der Veröffentlichung weggelassen wurden, mussten wir letztlich feststellen, dass die getätigten Äußerungen insgesamt nicht den Werten von Hertha BSC entsprechen. Wir danken Zsolt Petry für die geleistete Arbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.»

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, aufgrund des Geschlechts diskriminiert?

Hier findest du Hilfe:

Logib, Lohngleichheits-Analyse des Bundes

Gleichstellungsgesetz.ch, Datenbank der Fälle aus Deutschschweizer Kantonen

Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann

(dpa/hua)

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