EuroPride: Homos zu beleidigen soll strafbar werden

Aktualisiert

EuroPrideHomos zu beleidigen soll strafbar werden

Nach Attacken gegen Homosexuelle: Die EuroPride reicht Anzeige ein und SP-Nationalrat Jositsch fordert eine Strafgesetzänderung.

von
Roman Hodel

«Perverse Scharen», «schwule Arschlöcher»: Mit diesen und anderen verbalen Attacken versuchen Freikirchler in Hunderten Briefen, die EuroPride und deren Sponsoren zu verunglimpfen. «Die Aussagen sind diskriminierend – jetzt reichts», sagte ­EuroPride-Sprecher Michael Rüegg gestern vor den Medien. Unterstützung erhält die EuroPride von SP-Nationalrat Daniel Jositsch. Er fordert in einer gestern eingereichten Motion, dass Diskriminierung wegen der sexuellen Identität strafbar werden soll – wie es bei rassistischen Äus­serungen bereits der Fall ist. «Denn heute ist dies nur ansatzweise möglich», sagt der Strafrechtsprofessor.

«Die Attacken gefährden aber auch unsere Sponsorengelder und sind damit geschäftsschädigend», so Rüegg. Weil dies den Tatbestand des unlauteren Wettbewerbs erfülle, habe man Strafanzeige eingereicht. Unter anderem gegen Daniel Regli. Der SVP-Politiker und Präsident der Familienlobby orchestrierte die Briefaktion. «Dass die ­EuroPride wegen der Briefe einen Wettbewerbsnachteil erleidet, müssen sie uns zuerst beweisen», sagt Regli. Er wisse ohnehin nicht, wer die Briefe verschickt habe. «Wir haben nur dazu aufgerufen.» Von Ausdrücken wie «schwule Arschlöcher» distanziert sich Regli aber: «Das ist inakzeptabel.»

Kultur, Partys, Stadtfest

Mit einer Openingparty am Samstag im Papiersaal ­(Sihlcity) beginnt die EuroPride offiziell. Die ersten drei Wochen stehen im Zeichen des Filmfestivals Pink Apple und des Kulturprogramms Warmer Mai. Am 30./31. Mai steigt dann das Sportweekend. Das furiose Finale folgt am 5./6. Juni mit dem Stadtfest und der eigentlichen Parade in der City. Während dieser 5 Wochen finden total 51 Partys und 15 Tagungen statt.

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