«Homosexualität ist eine schwere Sünde»
Aktualisiert

«Homosexualität ist eine schwere Sünde»

Wolfgang Haas sorgt wieder für Aufsehen. Diesmal kritisiert der Erzbischof von Vaduz das in Liechtenstein geplante Partnerschaftsgesetz scharf. Homosexualität sei Sünde, deren Anerkennung ein Skandal, sagte der konservative Oberhirte des Fürstentums in einem Zeitungsinterview.

Die im Oktober vom Liechtensteiner Parlament an die Regierung überwiesene Motion zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare könne er «niemals gutheissen», erklärte der Vaduzer Erzbischof in einem am Samstag in der Tageszeitung «Liechtensteiner Vaterland» veröffentlichten Interview.

Gleichgeschlechtliche Paarbeziehungen widersprechen laut Haas «sowohl der Schöpfungs- als auch der Erlösungsordnung». «Praktizierte Homosexualität ist objektiv eine schwere Sünde, deren rechtliche Anerkennung geradezu einen Skandal darstellen würde», sagte der Erzbischof.

Den Entscheidungsträgern in Liechtenstein sei nur zu wünschen, «dass sie dem weitverbreiteten Trend in anderen Ländern nicht erliegen und sich nicht dem internationalen Druck beugen». Pointiert nimmt Haas weiter Stellung zum Dialog mit anderen Religionsgemeinschaften.

Keine Feier zum Jahrestag

Einen «verstorbenen Mitbruder im Bischofsamt» zitierend, sagte Haas: «Der einzige aufrichtige ökumenische Dialog ist der Konvertitenunterricht.» Zum Islam sagt der Erzbischof: «Er ist eigentlich eine zutiefst politische Religion, was es für unseren Staat nicht leicht macht, einen Dialog zu führen, welcher der pluralen gesellschaftlichen Wirklichkeit gerecht wird.»

Haas, zuvor umstrittener Bischof von Chur, wirkt seit zehn Jahren in Liechtenstein. Das Erzbistum Vaduz wurde am 2. Dezember 1997 überraschend vom damaligen Papst errichtet und Liechtenstein vom Bistum Chur abgetrennt. Auch für ihn, so Haas, sei die Errichtung der Erzdiözese eine «unerwartet päpstliche Entscheidung» gewesen, die er jedoch «gehorsam und bereitwillig» angenommen habe.

Erzbistum als Fügung Gottes

«Im Rückblick muss ich feststellen, dass auch darin die göttliche Vorsehung am Werk war.» Die Fügungen Gottes zu erkennen, sei freilich nicht immer so einfach, sagte Haas, der davon ausgeht, dass das Erzbistum «eine stabile Einrichtung unserer Kirche bleibt, unabhängig von meiner Person». Wer ihm als Erzbischof nachfolgen werde, bestimme der Papst.

Von einem Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen des Erzbistums wolle er nicht sprechen, sondern von «einem dankbaren Gedenken». Eine öffentliche weltliche Feier sei am 2. Dezember nicht geplant, vorgesehen sei eine Pontifikalmesse in der Kathedrale in Vaduz. Danach werde er mit Priestern einen gemütlichen Abend verbringen. «Für mich ist dieser Gedenktag vor allem ein Danktag», so Haas. (sda)

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