Belgrad fürchtet Gewalt: Homosexuelle dürfen nicht demonstrieren

Aktualisiert

Belgrad fürchtet GewaltHomosexuelle dürfen nicht demonstrieren

Nach den massiven Ausschreitungen im vergangenen Jahr und erneuten Drohungen 2011 ist die Homosexuellen-Parade in Belgrad verboten worden.

Im vergangenen Jahr kam es zu massiven Ausschreitungen in Belgrad.

Im vergangenen Jahr kam es zu massiven Ausschreitungen in Belgrad.

Keystone

Serbien hat einen für diesen Sonntag geplanten Umzug von Schwulen und Lesben in Belgrad verboten, nachdem rechte Gruppen mit Gewalt gegen die Homosexuellen gedroht hatten. Die Polizei werde den Umzug verbieten, sollten die Veranstalter ihn nicht von sich aus absagen, kündigte Innenminister Ivica Dacic am Freitag in Belgrad an.

Die Veranstalter hatten jede Absage mit dem Hinweis auf ihre Grundrechte abgelehnt. «Die Polizei kann aus Sicherheitsgründen die Durchführung solcher Versammlungen nicht unterstützen, weil sie zu Konflikten, Opfern und Blut führen und wir deshalb in ein grosses Chaos schlittern», begründete Dacic nach Medienberichten das Verbot.

Erste Homo-Demo 2010

Auf Druck der EU war in Belgrad im letzten Oktober erstmals eine Demonstration von Homosexuellen unter dem Schutz tausender Polizisten erlaubt worden. Rechtsradikale hatten als Antwort Geschäfte in der Innenstadt demoliert und sich Strassenschlachten mit der Polizei geliefert.

Der zweite öffentliche Umzug der Homosexuellen für ihre Anliegen war am Freitag auch vom Patriarchen der Serbisch-Orthodoxen Kirche, Irinej, scharf verurteilt worden. Es handle sich um eine «Parade der Schande, mit der das menschliche Wertgefühl beschmutzt wird», erläuterte der Patriarch den Standpunkt der Kirche.

Wiederholt waren Homosexuelle in Serbien von Politikern als kranke Menschen bezeichnet worden. (sda)

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