Militär: Homosexuelle siegen in Amerika
Aktualisiert

MilitärHomosexuelle siegen in Amerika

Die USA stehen vor einem historischen Wechsel im Umgang mit Schwulen in den Streitkräften. Der Senat hebt ein «Verbot» für Schwule und Lesben auf.

Ein Mann demonstriet gegen die Regelung, dass Schwule in der Armee nicht willkommen sind.

Ein Mann demonstriet gegen die Regelung, dass Schwule in der Armee nicht willkommen sind.

Die Schwulen jubeln in Amerika. Der Senat sprach sich am Samstag in einer Probeabstimmung für die Abschaffung der seit 17 Jahren bestehenden «Don't ask, don't tell»-Richtlinie aus, die bekennenden Schwulen und Lesben den Militärdienst verbot. Die Senatoren votierten mit 63 zu 33 Stimmen für eine Schlussabstimmung über die Regelung, die damit so gut wie aufgehoben ist. Bislang gilt in den US-Streitkräften die offizielle Regel, dass homosexuelle Soldaten nicht über ihre Neigung sprechen dürfen; im Gegenzug darf auch niemand danach fragen.

Eine endgültige Verabschiedung der Vorlage war noch für (heutigen) Samstagnachmittag (21.00 Uhr MEZ) geplant. Damit könnte Präsident Barack Obama das Gesetz noch vor Jahresende unterzeichnen. Hintergrund der Entwicklung ist die Entscheidung eines Bundesgerichts, das den Grundsatz «Don't ask, don't tell» (etwa: «Frag nicht danach, sag's keinem») für verfassungswidrig erklärt hatte. Obama hat versprochen, die Regelung zu ändern.

In einer ersten Stellungnahme am Samstag lobte der Präsident die Senatoren für ihr Votum. Ein Ende des Verbots werde bedeuten, dass «tausende patriotische Amerikaner» nicht mehr gezwungen würden, «trotz jahrelanger vorbildlicher Leistungen» die Streitkräfte zu verlassen, «nur weil sie zufällig schwul sind», sagte Obama. Tausende weitere wären nicht mehr gezwungen, mit einer Lüge zu leben, «um dem Land zu dienen, das sie lieben».

(dapd)

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