Aktualisiert 29.08.2013 09:23

Bischof Büchel«Homosexuelle sollen sich outen»

Der Präsident der Bischofskonferenz, Markus Büchel, ist traurig, dass sich schwule Priester in der Schweiz verstecken. Er plädiert für einen menschlichen Weg im Umgang mit ihnen.

von
rey
Bischof Markus Büchel will einen «menschlichen Weg» für den Umgang mit homosexuellen Priestern finden.

Bischof Markus Büchel will einen «menschlichen Weg» für den Umgang mit homosexuellen Priestern finden.

Homosexuelle Priester haben einen schweren Stand. Sie können sich nicht outen, da sie sonst suspendiert werden. Sie leiden still und verstecken sich, viele haben kaum Hoffnungen, dass sich ihre Situation in absehbarer Zeit bessert.

«Das tut mir als Mensch weh», sagte Markus Büchel, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, in der heutigen «Rundschau». In der Sendung haben homosexuelle Seelsorger ihre Ängste und Zerrissenheit offenbart. «Das löst bei mir eine tiefe Traurigkeit aus», sagte Büchel im Interview.

«Homosexualität ist keine Krankheit»

Die Instruktion aus dem Vatikan ist klar: Homosexuelle Tendenzen müssen drei Jahre vor der Weihe «eindeutig überwunden» werden. Dazu meinte Büchel: «Diese Interpretation ist auch für mich schwierig.» Er hinterfragt damit die geltenden Regeln. Es sei für ihn wichtig, einen menschlichen Weg zu suchen, der den Normen der Kirche entspricht, aber einem homosexuellen Priester die Möglichkeit gebe, «glücklich zu werden», so Büchel.

Homosexualität sei «ein Faktum», keine Krankheit, die man heilen könne: «Wir müssen nicht schauen, wie es dazu gekommen ist, sondern wie wir den Menschen helfen.» Die bisherigen Aussagen von Papst Franziskus wertet Büchel «als Kurswechsel». Der Papst hatte Homosexuelle gegen Diskriminierung verteidigt. Bischof Büchel geht noch weiter und rät homosexuellen Menschen, sich zu outen: «Sie sollen es sicher nicht verdrängen, sondern sich jemandem anvertrauen.»

Rund ein Drittel der katholischen Priester sei schwul, sagte Bruno Fluder in der Sendung. Er hat einen Verein für schwule Seelsorger gegründet. Markus Büchel sagte dazu in der Sendung: «Ich bin über diese Zahl erschrocken.»

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