Keine Stars, leeres Palmarès: Honduras ist bereit für das grosse Spiel
Aktualisiert

Keine Stars, leeres PalmarèsHonduras ist bereit für das grosse Spiel

Noch nie gewann Honduras an einer WM-Endrunde ein Spiel. Doch die Mannschaft von Luis Suarez kann erneut den Spielverderber geben.

von
S. Compagno & E. Tedesco
Manaus

Internationale Erfolge? Fehlanzeige. Stars? Fehlanzeige. Doch auch in Tegucicalpa wird gerechnet. Vor dem letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz hat selbst Honduras noch Chancen, den Achtelfinal zu erreichen. Nach dem 0:3 gegen Frankreich und dem 1:2 gegen Ecuador bräuchten die Mittelamerikaner dazu ein sportliches Wunder. Aber kampflos werden sie sich nicht in ihr Schicksal ergeben.

Das 0:3 gegen Frankreich - Honduras spielte nach dem Ausschluss von Wilson Palacios während mehr als einer Halbzeit zu zehnt - wurde durch die 2:5-Klatsche der Schweiz einigermassen relativiert. Der kolumbianische Trainer Luis Suarez hat eine technisch limitierte, aber kämpferische und gut organisierte Mannschaft. «Wenn Ordnung gegen Ordnung spielt, gewinnen die besseren Spieler. Spielt aber Ordnung gegen Unordnung, dann gewinnt die Ordnung», lautet das Credo des Exzentrikers, der das Erbe seines Landsmannes Reinaldo Rueda verwaltet und weiterentwickelt hat.

Vor Mexiko platziert

Das Herz der Mannschaft schlägt in der Verteidigung, und die kann sich durchaus sehen lassen: Victor Bernardez (San Jose Earthquakes), Maynor Figueroa (Hull City) und Emilio Izaguirre (Celtic Glasgow) führen das Team an. Izaguirre gilt als der kompletteste Spieler der Mannschaft. In Schottland hat er sich zu einem äusserst soliden Linksverteidiger entwickelt. Wenn er aber für sein Heimatland spielt, macht er die gesamte linke Flanke zu seinem Ausgangs-Rayon.

Im Mittelfeld sorgt Wilson Palacios (Stoke City) für Betrieb. Das 4-4-2 der Honduraner baut auf Ordnung und Geduld. Die beiden Vierer-Ketten spielen einfach und lassen sich nur schwer aus der Balance bringen.

Die Qualifikation für die WM schlossen sie in Nord-/Mittelamerika mit Platz 3 ab, hinter den USA und Costa Rica, aber vor Mexiko. Für Erstaunen sorgte ein 2:1-Heimsieg gegen die USA und ein 2:1-Erfolg in Mexiko. Der letzte WM-Test gegen England hatte mit einem achtbaren 0:0 geendet.

Déjà-vu wie vor vier Jahren?

Am 25. Juni 2010 hätte die Schweiz bei der WM in Südafrika einen 2:0-Sieg gegen Honduras gebraucht, um sich mit dem Achtelfinal gegen Brasilien zu belohnen. Es gelang der Mannschaft auch nach den Einwechslungen von Alex Frei, Hakan Yakin und dem damaligen WM-Debütanten Xherdan Shaqiri nicht, den honduranischen Riegel zu knacken. Auf den Tag genau vier Jahre später macht sich in Manaus die nächste Schweizer Spielergeneration an die gleiche Aufgabe. Halten die Nerven gegen diese mittelmässigen Mittelamerikaner?

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