1222 Personen erfasst: Hooligan-Datenbank leicht gewachsen
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1222 Personen erfasstHooligan-Datenbank leicht gewachsen

Die vom Bund geführte Hooligan-Datenbank Hoogan umfasst per Ende Juli 1222 Personen - der Grossteil der Erfassten kommt aus dem Fussball-Umfeld. Dort ist aber die Zunahme an Gewaltbereiten kleiner geworden.

Beamte der Stadtpolizei Neuenburg trainieren in der Maladière für den Ernstkampf. (Archivbild)

Beamte der Stadtpolizei Neuenburg trainieren in der Maladière für den Ernstkampf. (Archivbild)

Wieder ist die Zahl der registrierten gewaltbereiten Fans in der Schweiz leicht gewachsen. In der Hooligan-Datenbank Hoogan des Bundes waren Ende Juli 1222 Personen erfasst. Das sind 12 Personen mehr als vor einem halben Jahr.

Seit Anfang Jahr haben die Behörden 174 Personen neu im Informationssystem registriert. Gleichzeitig wurden 139 Personen ordentlich gelöscht, wie das Bundesamt für Polizei (fedpol) am Dienstag mitteilte.

Erfasst wird in Hoogan, wer sich bei Sportveranstaltungen gewalttätig verhalten hat und deshalb eine Massnahme wie beispielsweise ein Stadionverbot aufgebrummt erhielt. Risikofans sollen mit Hilfe der Datenbank von Spielen ferngehalten werden. Hoogan existiert seit 2007 und wird vom fedpol betrieben.

7 Prozent sind 15 bis 18 Jahre alt

Unverändert stammen die Hoogan-Kunden zum grössten Teil aus dem Fussball-Umfeld: 71 Prozent der Registrierten haben einen Bezug zur Sportart. Bei 29 Prozent fand sich ein Bezug zu Eishockey.

Ebenfalls fast unverändert präsentiert sich die Altersverteilung: Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Erfassten ist 19- bis 24-jährig. 26 Prozent sind 25- bis 29-Jährige. Der Anteil der jüngsten Gewalttäter zwischen 15 und 18 Jahren liegt bei 7 Prozent. Unter den Registrierten sind 10 Frauen.

Deutlich weniger Fussball-Meldungen

Mit den jüngsten Zahlen präsentiert das fedpol in Absprache mit der Schweizerischen Zentralstelle Hooliganismus auch die vorläufige Bilanz der Fussball- und Eishockeysaisons 2011/2012. Weil noch nicht alle Verfahren abgeschlossen sind, könnten sich die Zahlen allerdings noch verändern.

In den zwei höchsten Fussball-Ligen und im Schweizer Cup wurden eine Meldeauflage, 129 Rayon- und 77 Stadionverbote erfasst. In den zwei höchsten Eishockey-Ligen waren es 57 Rayon- und 36 Stadionverbote. Im Vergleich zur Saison 2010/2012 gab es damit beim Fussball klar weniger Meldungen, beim Eishockey dagegen etwas mehr.

In fünf Fällen durften Fans wegen Ausreisebeschränkungen nicht an internationale Fussballspiele reisen. (sda)

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