Neues Gesetz: Hooligan-Gesetz sorgt für Aufruhr bei den FCL-Fans
Aktualisiert

Neues GesetzHooligan-Gesetz sorgt für Aufruhr bei den FCL-Fans

Fans des FCL wehren sich gegen ein neues, verschärftes Hooligan-Gesetz, das auch im Kanton Luzern zur Anwendung kommen soll. Beim FCL steht man hinter der neuen Gesetzesregelung.

von
Markus Fehlmann

Mit dem verschärften Gesetz (siehe Info-Box) sollen die Kantone noch härter gegen ge­walttätige Sportfans vorgehen können. Die Luzerner Kantonsräte haben sich Anfang September klar dafür ausgesprochen. Nun kommt aber Gegenwehr aus dem Fan-Lager des FC Luzern: Die unabhängige Fanclub-Dachorganisation United Supporters (USL) sammelt Unterschriften für ein Referendum gegen den Beschluss – käme dieses zustande, müsste das Stimmvolk über die Annahme des Gesetzes bestimmen. Die Fan-Vereinigung stört sich vor allem an der «Verankerung polizeilicher Willkür», wie es auf der Homepage des Referendumskomitees heisst. ­Weiter seien «obskure Datenbanken und einschneidende freiheitsbeschrän­kende Massnahmen auf Verdacht» kein geeignetes Mittel gegen Hooliganismus. Mehrere Politiker unterstützten die USL. Bei der Fan-Vereinigung war gestern niemand persönlich zu erreichen.

Klare Worte fand dagegen Thomas Schönberger, CEO des FCL: «Wir haben für diese Aktion überhaupt kein Verständnis.» Der Klub unterstütze alle Massnahmen, die sich gegen Gewalt im Sport richteten.

Verschärfte Massnahmen bei Eskalationen

Mit dem neuen interkantonalen Gesetz stehen den Kantonen ab 2010 im Kampf gegen Hooliganismus fünf Massnahmen zur Verfügung. Sie können auf eine Hooligan-Datenbank zugreifen und gewalttätige Fans in Polizeigewahrsam nehmen. Weiter sieht es eine Meldepflicht, Ausreisebeschränkungen und ein Rayonverbot vor. Neu soll die Polizei für ein Stadionverbot auch Fans melden können, die ausserhalb des Stadions oder während der An- und Rückreise gewalttätig waren. Bisher war dies nur bei Personen innerhalb des Stadions möglich. Das Gesetz gilt bereits in Bern, St. Gallen und Appenzell Innerrhoden.

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