Aktualisiert 12.11.2009 15:03

Millionen in Sand gesetztHooligans behindern «normale» Polizeiarbeit

Die Schweizer Steuerzahler zahlen jährlich mehr als 25 Millionen für Einsätze ihrer Polizeien zur Überwachung gewaltbereiter Hockey- und Fussballfans. Doch nicht nur die monetären Kosten sind hoch: wenn Polizisten am Wochende Hooligans jagen müssen, haben sie während der Woche weniger Zeit für Kontrollen und Präventionsarbeit.

Deshalb sind für die St. Galler Regierugnsrätin Keller-Sutter nicht nur die hohen Kosten problematisch. Für gravierender hält sie die Auswirkungen auf die normale Polizeiarbeit: «Machen wir uns nichts vor: Die zusätzlichen Einsatzstunden können nur kompensiert werden, weil wir Abstriche bei der polizeilichen Grundversorgung in der Folgewoche machen», sagte sie zur «SonntagsZeitung».

Hört man sich bei Polizeikorps um, wird klar, was das heisst: Nach Sportwochenenden muss die Präventionsarbeit ruhen, bleiben Polizeiposten in Gemeinden unbesetzt, werden Grosskontrollen abgesagt. Im Schnitt sind 900 Polizisten pro Woche im Einsatz, wenn Fussball- und Hockeyliga ihre Spiele parallel austragen. Die Vollkosten für einen Polizisten betragen 1000 Franken pro Tag. Gemäss dem Bericht der «SonntagsZeitung» kostet jede Woche, in der Fussball- oder Eishockeyspiele statt finden, im Durchschnitt eine Million Franken.

Laut Keller-Suter leisten Polizeikorps fast jede Woche Sondereinsätze, die sich kaum von ausserordentlichen Ereignissen wie dem WEF unterscheiden. Die Überstunden werden später abgebaut. Davon betroffen sind nicht nur die Korps mit erfolgreichen Sportclubs. Da die peronellen Ressourcen in den Zentren fehlen, werden Polizisten von Nachbarkantonen aufgeboten.

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