Aktualisiert 24.07.2011 20:23

Frieden in Bern«Hooligans freuen sich über Geisterspiele»

Spielabsagen, Geisterspiele, Kombi-Tix: Regierungsrat Christoph Neuhaus schlägt diverse Massnahmen gegen Fangewalt vor. GB-Stadtrat und YB-Fan Urs Frieden hält davon wenig.

von
Nina Jecker

Weshalb sind Sie gegen Spiel­absagen und Geisterspiele?

Urs Frieden: Diese Massnahmen ­treffen die Falschen, nämlich jene 99 Prozent der Fans, die sich friedlich verhalten.

Und das gewalttätige Prozent?

Die freuen sich sogar über Geisterspiele, wie sie auch zerstörte Züge als «ihr Werk» betrachten.

Apropos Züge: Wie stehen Sie zu Kombitickets, die für Extrazüge und Stadion gelten und Fans von normalen Zügen fernhalten sollen?

Gerade Hooligans würden Match-Tickets dann etwa online kaufen. Anstatt im Gästesektor hätten wir sie dann unkontrolliert überall verteilt.

Und die Fanarbeit ist machtlos?

Es gibt tatsächlich gewaltbereite Fans, an die wir nicht rankommen.

Wie soll man mit denen umgehen?

Sie konsequent für ihre Taten bestrafen – manchmal hilft nur noch das Strafgesetzbuch und ein Stadionverbot.

Und wie reagieren die restlichen Fans auf die aktuelle Debatte und Polit-Forderungen?

Die Stimmung wird unnötig aufgeheizt. Der friedliche Fan ärgert sich über das Bild, das Medien und Politiker pauschal über die Fanszene verbreiten.

Urs Frieden (55) ist eingefleischter YB-Fan und Vorstandsmitglied der YB-Fanarbeit.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.