Aktualisiert 05.04.2007 13:04

Hooliganschlacht in Rom

Vor der Champions-League-Partie zwischen AS Roma und Manchester United ist es zu Zusammenstössen zwischen italienischen und englischen Fans gekommen. Fazit: 10 niedergestochene Engländer. Auslöser sei eine Missachtung des Alkoholverbots sein.

Die Polizei von Rom hat mehrere Lokalbesitzer angezeigt, welche trotz Ausschank-Verbot Alkohol an englische Fussballanhänger verkauft haben. Dieser soll danach Auslöser für die fürchterlichen Krawalle vor dem Spiel gewesen sein.

Die Ausschreitungen gingen während der Partie weiter. Kurz vor der Halbzeitpause setzten nach einem Tor der italienischen Mannschaft erste Rangeleien ein. Im Block der rund 4500 Gästefans spielten sich nach einem Bericht des «Guardian» Szenen wie aus den dunkelsten Zeiten der 70er und 80er Jahre ab. Die Polizei jagte die Fans mit Schlagstöcken bis ans obere Ende der Tribüne. Die Tatsache, dass die Bestuhlung im Roma-Stadion über keine Rücklehnen verfügt, trug zur Eskalation bei. Der Sektor der Manchester-Fans glich mehr einer Stehplatzrampe als einer Sitzplatztribüne nach UEFA-Standards. Die Polizisten nahmen drei Personen fest und führten sie in Handschellen ab. Augenzeugen sahen einen Mann mit blutendem Gesicht am Boden liegen.

Bereits vor dem Spiel wurden 18 englische Fans bei Zusammenstössen mit Anhängern des AS Roma verletzt. Einer von ihnen musste mit einer Stichwunde im Nacken ins Krankenhaus gebracht werden, sein Zustand ist ernst. Das Hinspiel im Viertelfinale des Wettbewerbs endete mit einem 2:1-Sieg von Rom.

Die UEFA wartet derweil auf den Bericht der Delegierten. «Die Disziplinar-Kommission wird sich die TV-Bilder genau ansehen», kündigte UEFA-Sprecher William Gaillard an. Er deutete allerdings auch indirekte Kritik am harten Polizei-Einsatz an. «Wir sind für ein behutsames Vorgehen. Stewards können Situationen besser einschätzen als die Polizei.» In Italien werden die Sicherheitsdienste im Gegensatz zu anderen Ländern ausschliesslich von der Polizei organisiert.

ap/si/jcg

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