Hormonfleisch-Streit geht die nächste Runde
Aktualisiert

Hormonfleisch-Streit geht die nächste Runde

Die Welthandelsorganisation hat im Hormonfleisch-Streit sowohl die USA und Kanada als auch die Europäische Union kritisiert.

In ihrem Urteil warf sie am Montag den nordamerikanischen Verbündeten vor, in dem Konflikt zu weit gegangen zu sein, als sie 1999 einseitig Sanktionen wegen des EU-Importverbots für Produkte von Tieren erliessen, die mit bestimmten Hormonen behandelt worden waren.

Die EU habe es aber zugleich versäumt, ihr Verbot auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zu überprüfen. Damit dürfte der seit einem Dutzend Jahren anhaltende Handelsstreit in die nächste Runde gehen. Die US-Regierung und die EU-Kommission feierten das Urteil als Bestätigung ihrer jeweiligen Standpunkte.

Entscheid zu nordamerikanischen Zöllen

Zur Entscheidung stand, ob die USA und Kanada ihre millionenschweren Sanktionen gegen EU-Exporte aufrecht erhalten dürfen, obwohl die EU ihr Importverbot 2003 neu begründet hatte.

Die Europäer haben Mitte der 80er Jahre wegen Krebsrisiken wachstumsfördernde Hormone und die Einfuhr von Fleisch untersagt, das mit Hilfe solcher Mittel produziert worden ist. 1997 legten die USA und Kanada Beschwerde gegen die EU-Entscheidung ein und ein Jahr später kritisierte die WTO das Verbot als nicht ausreichend begründet.

Als die EU ihren Beschluss nicht aufhob, erlaubte die Handelsorganisation den Klägern Strafen, die sich jährlich auf mehr als 115 Mio. US-Dollar und mehr als zehn Millionen kanadische Dollar beliefen.

1999 verhängten die beiden Staaten zudem als Strafe einen hundertprozentigen Aufschlag auf Zölle für europäische Produkte wie Roquefort-Käse, Schweinefleisch, Salatgurken, Tomaten, Trüffel und Senf.

(sda)

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