08.10.2018 08:49

Anzeige wegen Hornsignalen

Horngegner zieht Anzeige gegen Kapitäne zurück

Ein Stäfner hat in diesem Sommer sechs Anzeigen gegen ZSG-Kapitäne wegen unerlaubten Hornens erstattet. Nun hat er diese zurückgezogen.

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Die Zürichseeschiffe dürfen beim Ab- und Anfahren an einem Steg nicht mehr kurz hornen.

Die Zürichseeschiffe dürfen beim Ab- und Anfahren an einem Steg nicht mehr kurz hornen.

ZSG
Erlaubt ist nur noch ein vier Sekunden langes Warnsignal, falls etwa Schwimmer im Weg sind. Grund: Ein Anwohner hatte sich über den Lärm beschwert und das Gesetz gab ihm recht.

Erlaubt ist nur noch ein vier Sekunden langes Warnsignal, falls etwa Schwimmer im Weg sind. Grund: Ein Anwohner hatte sich über den Lärm beschwert und das Gesetz gab ihm recht.

TA
Offenbar ist er weiterhin der Meinung, dass die Schiffe nicht nur bei Gefahr ein akustisches Signal geben.

Offenbar ist er weiterhin der Meinung, dass die Schiffe nicht nur bei Gefahr ein akustisches Signal geben.

Keystone/Alessandro Della Bella

Sechsmal wollte ein Rentner aus Stäfa ein missbräuchliches Hornen der Zürichsee-Schiffe gehört haben. Sämtliche Anzeigen richteten sich gegen zwei Kapi­täne der Zürichsee-Schifffahrts­Gesellschaft (ZSG). Beim Statthalteramt Meilen bestätigt man nun einen Bericht der «Zürichsee-Zeitung», dass die Anzeigen zurückgezogen wurden.

«Beziehungsweise hat der Anzeigeerstatter sein Desinteresse erklärt, die Kapitäne zu bestrafen», heisst es. Trotzdem werde man die Vorwürfe überprüfen: «Wenn man den Kapitänen tatsächlich nichts vorwerfen kann, werden die Verfahren eingestellt.»

Bei der ZSG ist man erleichtert – wenn auch noch verhalten, da die schriftliche Erklärung noch ausstehe, wie eine Sprecherin sagt: «Bei den Kapitänen war die Verunsicherung wegen der Anzeigen gross.» Warum der Anwohner, sich dazu entschieden habe, könne man nicht sagen: «Gespräche mit ihm haben nicht stattgefunden.»

Kapitäne führen Privatkrieg gegen mich

Wegen seiner Beschwerde beim Bundesamt für Verkehr dürfen seit rund anderthalb Jahren die Schiffskapitäne auf dem Zürichsee nur noch in Gefahrensituationen hornen. Der Stäfner, von dem die Anzeigen stammen sollen, ist überzeugt, dass ihn die

Kapitäne ärgern wollen und deshalb die Signale ohne ersichtlichen Grund abgeben.

«Zwei Kapitäne decken uns nun jedes Mal beim Wegfahren konsequent mit Hornlärm ein», sagte er letzte Woche zum «Tages-Anzeiger». Und das sei alles andere als nötig. «Die Schiffe sind dort mit gerade mal fünf Kilometern pro Stunde unterwegs. Da kann es gar nicht zu gefährlichen Situationen kommen.»

Sogar von einem Privatkrieg, den die Kapitäne gegen ihn führten, ist die Rede: «Sie machen Faxen, wenn sie an meinem Haus vorbeifahren. Zur «Zürichsee-Zeitung» sagte der Mann aber später, dass er die Strafen zurückziehen würde, falls das missbräuchliche Hornen aufhöre.

(20 Minuten)

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