Grow up - Horror-Diagnose – darum solltest du in Corona-Zeiten nicht Dr. Google fragen
Publiziert

Grow upHorror-Diagnose – darum solltest du in Corona-Zeiten nicht Dr. Google fragen

Online-Suchen nach Ursachen für medizinische Probleme werden häufiger. Vor allem auch die Corona-Pandemie gab Selbstdiagnosen mit Googeln grossen Rückenwind. Umso wichtiger ist daher die Überprüfung der Quellen.

Die Fülle an medizinischen Ratgebern im Internet ist enorm. Daher ist es auch naheliegend, sich im Falle von gesundheitlichen Problemen zu informieren. Grundsätzlich wäre dies ja sinnvoll, doch die Gefahr, dass sich das Leiden durch eine Google-Recherche sogar noch verschlimmert, ist gross.

Folgendes solltest du beim Konsultieren von Dr. Google unbedingt beachten:

• Das Hauptproblem: Wer im Internet nach einer Diagnose sucht, findet diese auch. Genau deshalb solltest du es nach Möglichkeit unterlassen, blindlings im Internet nach Ursachen für dein Problem zu suchen.

Panik anstatt Gewissheit: Was eigentlich zur Beruhigung gedacht war, kann sich nur allzu schnell als das absolute Gegenteil entpuppen. Da du deine Beschwerden bei einer Google-Recherche nicht genau eingrenzen kannst (und selbst meistens auch zu wenig Fachwissen und Erfahrung mitbringst), gelangst du schnell mal zu Horror-Diagnosen wie beispielsweise Darmkrebs, obwohl es sich lediglich um stressbedingte Verdauungsprobleme handelt.

• Sei dir auch bewusst, dass es medizinisch gesehen nicht auf jede Frage eine Antwort gibt – folglich auch nicht für jedes Problem eine klare Ursache. Häufig verschwinden Beschwerden nach einer Weile auch wieder, ohne dass möglicherweise herausgefunden wird, wo genau deren Ursache lag.

• Google macht keinen Unterschied zwischen seriösen und unseriösen Anbietern; für die Suchmaschine zählt einzig und allein, wie gut die Suchergebnisse zu deiner Suchanfrage passen.

• Menschen, die ein Leiden haben, sind häufig sehr empfänglich für einfache Erklärungen – genau solche Erklärungen bietet das Internet. Du läufst daher auch Gefahr, für absurde Theorien fernab von jeder wissenschaftlichen Grundlage ein offenes Ohr zu haben.

• Vor allem auch in puncto Pandemie scheinen zurzeit viele die Corona-Impfung für allerlei Symptome verantwortlich zu machen – ohne sich sicher zu sein, dass diese Symptome allenfalls auch ohne Impfung aufgetreten wären. Eindimensionale Rückschlüsse sind selten gerechtfertigt. Die Ursachen hinter medizinischen Problemen sind meist komplexer, als viele Online-Berichte vorgaukeln.

• Offizielle Quellen zu hinterfragen oder die Auslegung von Zahlen genauer zu überprüfen, muss nicht verkehrt sein. Doch aufgrund gewisser Zweifel gleich zwielichtigen Berichten von angeblichen Experten zu glauben, ergibt auch nicht mehr Sinn. Hinterfragen ist gut – dies soll man allerdings auch bei den eigenen Kompetenzen machen können.

• Bevor du also irgendwelchen Theorien Glauben schenkst, solltest du mögliche Krankheitsbilder und Corona-Mythen unbedingt einem Fakten-Check unterziehen und Internetseiten nach einem Impressum oder allfälligen Quellenangaben untersuchen.

Recherche kann Schmerzen verursachen. Dr. Google erhöht die Gefahr, dass du dich in einer Selbstdiagnose verbeisst, andere Ursachen nicht mehr berücksichtigst und im schlimmsten Fall sogar psychosomatische Schmerzen davonträgst.

• Versuche lieber, deine Symptome möglichst genau zu registrieren und allenfalls aufzuschreiben. Beschränke dich hierbei auf Körperregionen und schliesse nicht automatisch auf Organe – solche Rückschlüsse solltest du Medizinern überlassen.

Falls dein Leiden zu gross wird, suchst du am besten einen Arzt auf. Dieser kann auf dein Problem eingehen und dir aufgrund seines Wissens und seiner Erfahrung zu weiteren Schritten raten. 

My 20 Minuten

Deine Meinung

4 Kommentare