Horror-Job Miss Universe
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Horror-Job Miss Universe

Glitzerndes Krönchen, strahlendes Lächeln, dickes Konto und ein Traum-Apartment in New York - trotz all dem will Christa Rigozzi nicht Miss Universe werden. Ihr Manager zeigt dafür Verständnis - schliesslich habe schon Lauriane Gilliéron nicht gewinnen wollen.

Wer an einer Miss-Wahl teilnimmt, will - so dürfte man annehmen - die Schönste von allen sein: Ein zweiter Platz reicht nicht, um Miss Ostschweiz, Miss Schweiz oder Miss Universe zu werden. Umso mehr überraschte die Aussage von Miss Schweiz Christa Rigozzi, sie habe keine Lust, die Miss-Universe-Wahl zu gewinnen: «Ich möchte nicht gewinnen», verriet sie 20minuten.ch im exklusiven Interview (wir berichteten).

Doch was genau macht den Beruf der Miss Universe so unattraktiv? Auf den ersten Blick sind keine Nachteile zu erkennen - schliesslich wird man nicht alle Tage zur schönsten Frau des Universums erkoren. Zudem gibt's reichlich Geld, ein Luxus-Apartment im Trump-Tower an der Fifth Avenue in New York und glamouröse Events ohne Ende, auf allen Kontinenten der Welt.

Die totale Überwachung

Doch Christa Rigozzi weiss um die Schattenseiten des Miss-Universe-Daseins - schliesslich hat sie die amtierende Miss Universe, Zuleyka Rivera aus Puerto Rico, persönlich über ihrem Job befragt. Und was sie hörte, gefiel ihr gar nicht: Der Job sei so anstrengend, dass es kein Privatleben mehr gebe. Dies nicht etwa wegen zu vielen Aufträgen - Christa Rigozzi liebt ihren Job als Miss Schweiz - doch dieses Amt sei mit dem Dienst für den Milliardär Donald Trump nicht zu vergleichen. Keinen Schritt dürfe man ohne Erlaubnis vor die Tür setzen - und schon gar nicht ohne Begleitung. Dazu werde man im Luxus-Tower sogar in der Wohnung von einer Kamera überwacht. Das geht für Christa Rigozzi zu weit: «Das ist nichts für mich. Ich brauche auch Zeit für mich.»

Auch Lauriane wollte nicht

Ihrem Manager würde diese Aussage wohl nicht gefallen, sagte die Miss Schweiz im Interview. Weit gefehlt: Raffy Locher von der Miss Schweiz Organisation zeigt Verständnis für Rigozzis Aussagen. «Das ist absolut nachvollziehbar», sagte Locher gegenüber 20minuten.ch, und fügt an: «Das war bei Lauriane Gilliéron genau so. Auch sie hatte gemischte Gefühle, als sie realisierte, dass sie weit nach vorne kommt.»

Christa Rigozzis Manager erklärt die Vorbehalte der Schweizer Missen gegenüber dem Miss-Universe-Krönchen: «Es sind grosse Ängste verbunden mit diesem Titel. Die Einsamkeit in New York, im Apartment, die grosse Distanz zur Heimat.» Er kann sich aber vorstellen, dass die Realität anders aussieht: «Vielleicht wärs in Wirklichkeit anders - nämlich ein spannendes, super-aufregendes Jahr».

Gabriel Brönnimann, 20minuten.ch

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